PfadnavigationHomePanoramaDrei Tote auf Kreuzfahrtschiff„Infektionsgeschehen außergewöhnlich“ – Passagiere steckten sich wohl gegenseitig mit Hantavirus anVeröffentlicht am 06.05.2026Lesedauer: 3 MinutenNach dem Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik können die Passagiere nicht wie ursprünglich geplant auf Kap Verde von Bord gehen und müssen an Bord bleiben. Unter den drei Todesopfern ist ein Deutscher.Nach mehreren Todesfällen und einem bestätigten Hantavirus-Fall kann ein Kreuzfahrtschiff vor Kap Verde vorerst nicht anlegen. Für drei Menschen ist eine medizinische Evakuierung geplant. Eine WHO-Expertin gibt eine aufsehenerregende Erklärung.Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von einer Übertragung von Mensch zu Mensch aus. „Wir vermuten, dass es bei sehr engem Kontakt eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt“, sagte die WHO-Epidemiespezialistin Maria Van Kerhove am Dienstag in Genf. Der erste auf dem Schiff erkrankte Passagier habe sich vermutlich infiziert, bevor er an Bord gegangen sei.Drei Passagiere des Kreuzfahrtschiffs „MV Hondius“ waren nach einem Hantavirus-Ausbruch gestorben, darunter ein Deutscher. Bei zwei der Todesopfer wurde das Virus inzwischen durch Labortests nachgewiesen, zudem gibt es laut WHO fünf weitere mutmaßliche Hantavirus-Fälle. Ein schwer kranker Patient wird in Südafrika auf der Intensivstation behandelt, drei weitere haben leichtere Symptome und befinden sich laut WHO weiterhin an Bord des vor der Küste der Kapverden liegenden Schiffs. Die Behörden von Kap Verde weigern sich, die Passagiere an Land zu lassen.Laut der WHO-Epidemiespezialistin soll das Schiff nun voraussichtlich zu den Kanarischen Inseln fahren. Spanien habe sich zunächst bereit erklärt, die „MV Hondius“ anlegen zu lassen, sagte Van Kerkhove. Auch die Reederei erklärte, auf den Kanaren könnten bei einer Landung weitere medizinische Untersuchungen stattfinden. Die Stimmung an Bord der „Hondius“ sei „ruhig“ und die knapp 150 Passagiere seien „insgesamt gefasst“, hieß es.Infektion in der Regel über Kot von NagetierenDas Hantavirus kann bei Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Auch die Nieren nehmen häufig Schaden. Zu Infektionen kann es beim Kontakt mit den Ausscheidungen von Nagetieren kommen. In seltenen Fällen wird der Erreger laut WHO auch von Mensch zu Mensch übertragen.Lesen Sie auchInfizierte Nagetiere scheiden das Virus mit ihrem Kot, Urin oder Speichel aus, wie das Robert-Koch-Institut erklärt. Menschen stecken sich üblicherweise durch aufgewirbelten Staub – etwa beim Aufräumen eines staubigen Schuppens oder Dachbodens – oder durch Bisse an. Ein Ausbruch auf einem Schiff ist ungewöhnlich.Virologe spricht von außergewöhnlichem Infektionsgeschehen„Das ist ein außergewöhnliches Infektionsgeschehen, das man in dieser Form auf einem Kreuzfahrtschiff nicht erwarten würde“, teilte der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit mit. Nach den bisher öffentlich verfügbaren Informationen handele es sich bei mehreren Fällen allerdings noch um Verdachtsfälle. Entscheidend werde daher die virologische Bestätigung sein.Lesen Sie auchDer Mensch sei bei den meisten Hantaviren ein sogenannter Fehl- beziehungsweise Endwirt, sodass keine relevante Mensch-zu-Mensch-Übertragung stattfindet. „Eine wichtige Ausnahme ist jedoch das südamerikanische Andes-Virus“, sagte Schmidt-Chanasit. „Für dieses Hantavirus ist eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung bei engem Kontakt beschrieben. Da das Schiff aus Südargentinien kam, muss diese Möglichkeit differenzialdiagnostisch ernst genommen werden.“Die Inkubationszeit bei einer Hantavirus-Erkrankung könne je nach Virus und Exposition mehrere Tage bis Wochen betragen. „Besonders wichtig ist die Unterscheidung, ob es sich tatsächlich um das Andes-Virus handelt. Falls ja, sollten erkrankte Personen konsequent isoliert werden, und bei engem Kontakt sollte ein strukturiertes Kontaktpersonenmanagement erfolgen.“Die WHO sieht kein größeres Risiko für die breite Öffentlichkeit. Die Organisation unterstützt nach eigenen Angaben die Passagiere und die Crew. Eine detaillierte epidemiologische Untersuchung sei im Gange.ll mit dpa
Hantavirus: „Außergewöhnlich“ – Passagiere steckten sich wohl gegenseitig an - WELT
Nach mehreren Todesfällen und einem bestätigten Hantavirus-Fall kann ein Kreuzfahrtschiff vor Kap Verde vorerst nicht anlegen. Für drei Menschen ist eine medizinische Evakuierung geplant. Eine WHO-Expertin gibt eine aufsehenerregende Erklärung.














