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Ein Koranlehrer nutzt seine Autorität aus und missbraucht Jungen in einem schwäbischen Schülerwohnheim sexuell. Nun muss er Jahre ins Gefängnis.

Ein Islamlehrer ist wegen sexuellen Missbrauchs und Körperverletzung von Minderjährigen vom Landgericht Ellwangen zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Zudem darf der Mann fünf Jahre lang nicht mehr als Erzieher von männlichen Jugendlichen arbeiten. «Es sind mehrere Kinder Opfer schwere sexueller Straftaten geworden», begründete der Vorsitzende der Kammer, Jochen Fleischer, das «harte Urteil».

In seiner einstündigen Urteilsbegründung erläuterte er, dass die Kammer das umfangreiche Geständnis des Angeklagten honoriert habe. Das habe verhindert, dass die Kinder bis ins Detail hätten befragt werden müssen. Der 35-Jährige saß bereits seit Mitte Januar in Untersuchungshaft.

Der verheiratete Islamgelehrte und Vater von zwei kleinen Kindern hatte sich in einem Internat in Giengen an der Brenz (Kreis Heidenheim) in seiner Funktion als sogenannter Hoca (Türkisch für Lehrer) in 18 Fällen an türkischstämmigen Jungen vergangen. Bei den Betroffenen handelt es sich um acht Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren. Deshalb fand ein Großteil des Verfahrens unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. In dem Internat leben Kinder und Jugendliche aus teils schwierigen Verhältnissen, die unter der Woche die öffentlichen Schulen besuchen.