PfadnavigationHomePanoramaVorfall in Kassel24 Mal schlug er auf den Einbrecher ein – Polizist verliert BeamtenstatusVeröffentlicht am 29.04.2026Lesedauer: 2 MinutenQuelle: Marcus Brandt/dpaGewaltanwendung und eine falsche Anzeige haben für einen hessischen Polizisten Konsequenzen: Nach einer Festnahme in Kassel verliert er seinen Beamtenstatus. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden sieht in seiner Tat einen schweren Vertrauensbruch.Weil er einen mutmaßlichen Einbrecher bei der Festnahme schlug und anschließend fälschlicherweise anzeigte, hat ein hessischer Polizist seinen Beamtenstatus verloren. Das entschied das Verwaltungsgericht Wiesbaden, wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte.Der Polizist war mit einem Kollegen im Februar 2019 zu einem Einbruch in einen Drogeriemarkt im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe gerufen worden. Während der Festnahme schlug er Videoaufzeichnungen zufolge mit einem Teleskopschlagstock 24 Mal auf die Beine des auf dem Boden liegenden, wehrlosen Einbrechers, sodass dieser Platzwunden an den Schienbeinen sowie Rötungen und eine Schwellung erlitt. Anschließend stellten er und sein Kollege Strafanzeige gegen den Einbrecher wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.Lesen Sie auchIm Frühjahr 2022 verurteilte das Landgericht Kassel den Mann zu einer Geldstrafe von 200 Tagessätzen wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt und Verfolgung Unschuldiger. Im Sommer 2024 erhob der Polizeipräsident Disziplinarklage vor dem Verwaltungsgericht.Das Gericht wertete neben der hohen Zahl von Schlägen, für die es keine Veranlassung gab, insbesondere das Nachtatverhalten als „sehr belastend“. Indem der Beschuldigte Anzeige gegen das Opfer gestellt und dabei gelogen habe, habe er seine Machtbefugnisse als Polizeibeamter missbraucht und damit das Vertrauen des Dienstherrn und der Allgemeinheit endgültig verloren. Der Beklagte kann gegen das bereits im Februar ergangene Urteil Berufung einlegen.Mutmaßlich unangemessene Polizeigewalt: Fall von Lorenz A. ein Jahr herIm vergangenen Jahr hatte ein Polizeieinsatz mit Todesfolge bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Im April 2025 schoss ein Beamter mehrmals auf den 21-jährigen Lorenz A. Die Schüsse trafen A. an Hüfte, Oberkörper und Kopf, ein Schuss soll den Oberschenkel gestreift haben. Kurz darauf starb er im Krankenhaus. Die genauen Gründe für den Schusswaffeneinsatz sind bis heute unklar. Lesen Sie auchDie Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beamte geglaubt habe, in Notwehr zu handeln. Diese Einschätzung habe sich im Nachhinein als Irrtum herausgestellt. Die Staatsanwaltschaft erhob im November Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Der Prozess steht noch aus. Der gewaltsame Tod von Lorenz A. sorgte für Entsetzen, Trauer, Wut und Anteilnahme. Auch Monate nach der Tat legen Menschen Blumen und Kerzen am Tatort nieder, um an den jungen Mann zu erinnern. Aktivisten befürchten, dass die Schüsse auf den Schwarzen einen rassistischen Hintergrund haben.dpa/nw
Vorfall in Kassel: 24 Mal schlug er auf den Einbrecher ein – Polizist verliert Beamtenstatus - WELT
Gewaltanwendung und eine falsche Anzeige haben für einen hessischen Polizisten Konsequenzen: Nach einer Festnahme in Kassel verliert er seinen Beamtenstatus. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden sieht in seiner Tat einen schweren Vertrauensbruch.






