Ein Polizist aus Unterfranken wird sich wegen des Vorwurfs der Strafvereitelung im Amt vor Gericht verantworten müssen. Wie das Amtsgericht Aschaffenburg mitteilt, ist die Anklage gegen den Beamten zugelassen worden. Für den brisanten Prozess wurden zwei Verhandlungstage Ende Oktober anberaumt.
Der Beamte steht im Verdacht, im August 2024 trotz konkreter Verdachtsmomente als „Sachbearbeiter“ kein Ermittlungsverfahren gegen den späteren mutmaßlichen Messerangreifer vom Park Schöntal in Aschaffenburg, Enamullah O., eingeleitet zu haben. Den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge soll der 28-jährige O. fünf Monate vor der Attacke in Aschaffenburg bereits in einer Flüchtlingsunterkunft in Alzenau eine Mitbewohnerin aus der Ukraine mit einem Fleischermesser attackiert haben.
Der Staatsanwaltschaft zufolge soll es sich nach diesem Vorfall in Alzenau „aufgedrängt“ haben, dass der 28-Jährige dort bereits eine gefährliche Körperverletzung begangen hat. So hätten die Ermittlungen ergeben, dass per Notruf alarmierte Streifenpolizisten den Fall in Alzenau aufgenommen und „mehrere Verletzungen“ betroffenen Frau dokumentiert hätten. Der erheblich alkoholisierte O. war, als die Beamten in der Unterkunft eintrafen, von anderen Bewohnern am Boden fixiert worden.







