Die Staatsanwaltschaft Coburg hat einen Polizisten wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt angeklagt, weil der Beamte nach einem mutmaßlichen Angriff des späteren Messerangreifers von Aschaffenburg, Enamullah O., auf eine Mitbewohnerin in einer Geflüchtetenunterkunft kein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat. Die Ermittlungen gegen drei seiner Kollegen seien eingestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Bevor O. am 22. Januar dieses Jahres im Aschaffenburger Park Schöntal eine Kitagruppe mit einem Messer angegriffen und zwei Menschen getötet haben soll, hatte der Afghane bereits mehrfach mit der Polizei zu tun. So soll er am 29. August 2024 in der Unterkunft in Alzenau (Landkreis Aschaffenburg) eine 44-jährige Frau mit einem Messer angegriffen haben. Der nun angeklagte Polizist war bei dem Einsatz am späten Abend vor Ort und hernach als Sachbearbeiter für den Fall verantwortlich.

Ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen O. habe er aber nicht eingeleitet – „obwohl er über den Vorfall informiert war und sich ihm das Vorliegen einer nicht unerheblichen Straftat – gefährliche Körperverletzung – aufgedrängt haben muss“, wie es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt.