PfadnavigationHomePanoramaUnterbringung von Obdachlosen„Personen wurden nicht angetroffen“ – Jobcenter deckt Millionen-Betrug in Berliner Pension aufVeröffentlicht am 29.04.2026Lesedauer: 2 MinutenBesucher in einem Berliner JobcenterQuelle: Jens Kalaene/dpaIn Berlin soll eine Pension hohe Summen für die Unterbringung von Wohnungslosen kassiert haben, die dort gar nicht lebten. Der Gesamtschaden soll rund eine Million Euro betragen. Nun ermittelt die Polizei.Die Berliner Jobcenter haben einen mutmaßlichen Millionen-Betrug bei der Unterbringung von Wohnungslosen aufgedeckt. Nach Recherchen der Berliner Tageszeitung „Tagesspiegel“ soll eine Pension im Bezirk Charlottenburg über Monate Geld für Personen kassiert haben, die dort gar nicht lebten. Der Gesamtschaden wird auf rund eine Million Euro beziffert. Davon sollen etwa 660.000 Euro auf die Kosten der Unterkunft entfallen sein – diese Summe erhielt die Pension also direkt. Der restliche Betrag besteht aus den individuellen Sozialleistungen.Im vergangenen Jahr gab es zwei Kontrollen in der Pension. „Bei beiden Prüfungen wurde ein Teil der Personen, für deren Unterbringung die Jobcenter Leistungen erbrachten, vor Ort nicht angetroffen“, sagte die Sprecherin der Berliner Jobcenter dem „Tagesspiegel“.14 von 22 Bedarfsgemeinschaften waren nicht anzutreffen Bei der ersten Kontrolle im April 2025 seien von 22 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt 74 Personen 14 Bedarfsgemeinschaften nicht in der Pension gewesen. Als die Jobcenter im September 2025 die Pension ein weiteres Mal kontrollierten, wurden von 21 dort gemeldeten Bedarfsgemeinschaften 15 nicht angetroffen.„Es muss davon ausgegangen werden, dass die Unterbringung nie stattgefunden hat“, heißt es in einem internen Dokument der Bundesagentur für Arbeit, das dem „Tagesspiegel“ vorliegt.Lesen Sie auchAuch nach einer Warnung der Jobcenter schickten manche Bezirke weiterhin Wohnungslose in die Unterkunft, bis die Bundesagentur für Arbeit selbst Mitte April die Notbremse zog.Lesen Sie auchGegen die Betreiber der Pension in Charlottenburg ermittelt nun die Berliner Polizei. Die langjährige Inhaberin ließ Fragen des „Tagesspiegel“ unbeantwortet. Aus dem Bericht geht auch hervor, dass sich auf einem Hotelbuchungsportal dort noch Zimmer reservieren lassen. Immer wieder sorgen in Berlin sogenannte Sozial-Hotels für Diskussionen. So wurde erst im vergangenen Herbst entschieden, dass in einer Unterkunft für wohnungslose Menschen im Berliner Stadtteil Schöneberg vorerst keine Obdachlosen mehr untergebracht werden. Hintergrund der Entscheidung waren Anwohnerbeschwerden sowie der Verdacht auf Sozialbetrug. jho