PfadnavigationHomePanoramaRettung Tag 28Bergung des Wals soll am Dienstag um 6 Uhr beginnen – neuer Tracker soll auch unter Wasser ortenVeröffentlicht am 27.04.2026Lesedauer: 4 MinutenWal-Rettung im Livestream - Timmy wird startklar gemacht für Tour durch die OstseeVor fast einem Monat ist der Buckelwal vor der Insel Poel gestrandet. Diese Woche soll Schiffstechnik den Abtransport ermöglichen. Das könne sehr laut für das Tier werden, mahnt ein Biologe. Derweil gibt es ein Update zur Ärztin, die im Koma lag.Der für den Transport des vor der Insel Poel liegenden Buckelwals vorgesehene Lastkahn wird gegen 20 Uhr in Wismar erwartet. Im dortigen Seehafen soll er nach Aussage des beteiligten Tauchunternehmers Fred Babbel für die Aufnahme des Wals vorbereitet werden. Auf eine genaue Uhrzeit will er sich laut „Focus“ aber nicht festlegen. „Es kommt auf die Lage unterwegs an.“ Faktoren wie der Wellengang beeinflussten die Geschwindigkeit.Laut Schiffsortungsdiensten hatte der Schlepper „Robin Hood“, der die sogenannte Barge zieht, am Morgen Fehmarn passiert. Die Geschwindigkeit des Verbands ist nach früheren Aussagen Babbels wegen der Barge begrenzt.Die Bergung des Wals könnte voraussichtlich ab morgens 6 Uhr beginnen, schreibt „Focus“ weiter. Zuvor seien ein paar Umbauarbeiten an der Barge notwendig. „Die Schott (hintere Klappe, Anm. d. Red) wird demontiert, abgenommen und gegen ein Netz ausgetauscht, damit der Wal immer Frischwasser hat“, erklärt Babbel den Hintergrund. Zudem sollen eine Folie und Sandsäcke ausgelegt werden. Letztere sollen das Tier stabilisieren. „So ein großer Aufwand ist das nicht“, kommentiert der Tauchunternehmer.Auch soll ein Tracker für den Wal aus den USA angekommen sein. Das berichtet die „Bild“. Das Tier hat bereits einen Peilsender auf seinem Rücken, der funktioniert allerdings nur, solange er an der Wasseroberfläche ist. Taucht der Wal ab, wäre er womöglich nicht mehr zu erfassen. Das soll mit dem neuen Tracker möglich sein.Lesen Sie auchDerweil ist die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert aus dem Koma erwacht. Das schreibt ihr Verein „Tierhuus Insel Föhr“ auf Instagram. „Nach einer Zeit voller Sorge gibt es nun einen bedeutenden Lichtblick: Janina ist nicht mehr im Koma. Ihr Zustand ist weiterhin ernst, sie steht noch ganz am Anfang eines Weges, der viel Zeit und Ruhe braucht.“ Sie gehörte zum Kern des Rettungsteams und erlitt während ihres Einsatzes einen medizinischen Notfall. „Zustand des Wals ist nach wie vor prekär“, sagt MeeresbiologeDer Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter bleibt mit Blick auf den neuen Rettungsversuch skeptisch. „Der Zustand des Wales ist nach wie vor prekär. Er hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich und da jetzt mit großem, schwerem Gerät mit vielen, vielen Menschen und viel Geld das Allermöglichste zu versuchen – ich glaube, wir laufen da Gefahr, dem Wal auch zu schaden“, sagte der Mitgründer und zweite Vorsitzende des gemeinnützigen Wal- und Delfinschutzvereins „M.E.E.R.“ im ZDF-Morgenmagazin.Vor allem der lange Transport in dem Lastenkahn könne das Tier sehr stressen, ist Ritter überzeugt. „Was mir Sorgen macht, ist die Lautstärke. Das wird sehr laut für den Wal. Und Wale und Delfine leben in einer Welt des Schalls. Die sind da extrem empfindlich. Das wäre so, als würde man einem Menschen drei Tage lang eine helle Lampe ins Gesicht halten“, sagt er.Zudem könne man den Buckelwal nach drei Tagen nicht einfach anschubsen und davon ausgehen, dass er einfach losschwimmt. „Man muss darauf achten, dass er bewegungsfähig ist. Idealerweise hat man auch festgestellt, dass er Nahrung tatsächlich zu sich nehmen kann. Und was mir immer noch fehlt, sind tatsächlich die Ergebnisse einer Blutprobe oder dass die Blasluft analysiert wird.“ Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) geht positiv an den anstehenden Rettungsversuch: „Wir sind froh, dass der Wal in der Mulde liegen geblieben ist. Und das ist interessant: Er hat sich um 90 Grad gedreht – und zwar in die richtige Richtung. Er bereitet sich scheinbar seelisch und moralisch auf die Abfahrt vor“, sagte er „Bild“. Jedoch seien seit einigen Tagen keine Rufe mehr von dem Wal zu hören, schreibt „Bild“ weiter. „Vielleicht ist er depressiv“, mutmaßt Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies, die seit einigen Tagen Teil des Retterteams ist.Zu den Überlebenschancen des Walbullen wollte Ritter keine konkreten Angaben machen. „Also über die Überlebenschancen dieses Wals ist schon viel spekuliert worden und er hat uns immer wieder überrascht. Da mag ich jetzt keine Prognose geben.“ Seit mehr als 50 Tagen schwimmt und vor allem liegt der Buckelwal in der Ostsee vor der Insel Poel.In dieser Woche soll Schiffstechnik den Abtransport des lebendigen Tiers ermöglichen. Ein Lastkahn soll den großen Meeressäuger samt Wasser aufnehmen und möglicherweise bis in den Atlantik transportieren. Der Abtransport des Wals war zuletzt frühestens für Dienstag geplant.dpa/jm
Wal im Livestream: +++ Bergung des Wals soll am Dienstag um 6 Uhr beginnen – neuer Tracker soll auch unter Wasser orten +++ - WELT
Vor fast einem Monat ist der Buckelwal vor der Insel Poel gestrandet. Diese Woche soll Schiffstechnik den Abtransport ermöglichen. Das könne sehr laut für das Tier werden, mahnt ein Biologe. Derweil gibt es ein Update zur Ärztin, die im Koma lag.






