PfadnavigationHomeRegionalesHamburgHamburger KandidaturMit Musik, Sport und Optimismus für Olympia in HamburgVeröffentlicht am 24.04.2026Lesedauer: 3 MinutenViele Vertreter von Hamburger Vereinen waren gekommen – hier die Hamburg Huskies Quelle: Bertold Fabricius/BERTOLD FABRICIUSDie Initiative „OlympJA“ hat mit einer ungewöhnlichen Kundgebung in der Hamburger Innenstadt ein Zeichen für Olympische Spiele in der Hansestadt gesetzt – genau in dem Moment, in dem die Briefwahlunterlagen für das Olympia-Referendum in den Briefkästen landen.Mit Musik, Sportkleidung und Booten auf der Alster hat die Initiative „OlympJA Hamburg“ am Donnerstag ein sichtbares Zeichen für Olympische und Paralympische Spiele in der Hansestadt gesetzt. Einige Tausend Menschen – so die Veranstalterangabe – versammelten sich am Nachmittag auf dem Jungfernstieg, parallel beteiligten sich Segelboote, SUPs, Kanus und Ruderboote auf der Binnenalster an der Kundgebung. In einer Phase, in der die Briefwahlunterlagen für das Olympia‑Referendum verschickt werden, sollte die Demonstration Rückenwind für das Pro‑Lager erzeugen.Hamburg hat in den vergangenen Jahren zahlreiche, teils sehr große Demonstrationen auf dem Jungfernstieg erlebt – doch selten war eine Kundgebung, wenn auch kleiner in der Teilnehmerzahl, so deutlich auf positive Stimmung und Zuversicht ausgerichtet wie diese. Statt Sprechchören und Transparenten dominierten Sporttrikots, Musik und Vereinsfarben das Bild. Viele Teilnehmende waren mit ihren Familien gekommen, zahlreiche Hamburger Sportvereine folgten dem Aufruf „Beweg dich für Olympia!“.Die Binnenalster wurde dabei bewusst in das Geschehen einbezogen. Wassersportler nutzten das Gewässer als Bühne und verwiesen damit auf einen zentralen Teil des Hamburger Bewerbungskonzepts, das auf bestehende Orte und maritime Kulissen setzt. Die Organisatoren sprachen von einem „Vorgeschmack“ auf mögliche Wettkämpfe in der Stadt.Auf der Bühne auf der Reesendammbrücke wechselten sich Musik, kurze Talks und sportliche Aktionen ab. Unter den Unterstützern waren Persönlichkeiten aus Sport, Medien, Kultur und Wirtschaft, darunter TV‑Moderator Steven Gätjen, der Hallensprecher der Hamburg Towers, Isaac Hoffmann, Schauspieler Marek Erhardt, die Präsidentin des Hamburger Sportbunds, Katharina von Kodolitsch, OMR‑Gründer Philipp Westermeyer und Paralympics‑Siegerin Edina Müller. Für den musikalischen Rahmen sorgten unter anderem Alex Christensen, Pohlmann (mit Tonproblemen), Marc Atlas sowie die HipHop Academy Hamburg.Lesen Sie auchInitiator Matthias Onken sprach von einem Signal aus der Mitte der Stadt. „Hamburg hat heute gezeigt, was möglich ist, wenn viele Menschen gemeinsam für eine Idee eintreten“, sagte er. Es gehe um eine Vision, die über Sport hinausreiche. Co‑Initiator Christian Gerlach betonte, Olympia sei kein abstraktes Großprojekt, sondern ein Thema, das die Stadtgesellschaft bewege.Das Pro‑Olympia‑Lager sucht derzeit gezielt die Öffentlichkeit. Während Befürworter die Chance auf internationale Aufmerksamkeit, Investitionen und neue Sportinfrastruktur hervorheben, warnen Kritiker vor Kostenrisiken, Sicherheitsfragen und langfristigen Belastungen für die Stadt. Die Erinnerung an das gescheiterte Referendum von 2015 ist präsent, entsprechend intensiv wird der aktuelle Abstimmungskampf geführt.Lesen Sie auchVor diesem Hintergrund fällt der Zeitpunkt der Kundgebung nicht zufällig: In diesen Tagen gehen die Briefwahlunterlagen an die Hamburgerinnen und Hamburger. Die kommenden Wochen sind damit entscheidend für den Ausgang des Referendums. Demonstrationen und öffentliche Aktionen gelten auf beiden Seiten als Mittel, Unentschlossene zu erreichen und die eigene Erzählung zu besetzen.Die Kundgebung am Jungfernstieg setzte dabei weniger auf politische Zuspitzung als auf Bilder von Gemeinschaft und Bewegung. Organisiert wurde sie von Ehrenamtlichen, getragen von Vereinen und Einzelinitiativen. Genau darin sehen die Veranstalter ihre Stärke: Olympia nicht als Verwaltungsprojekt, sondern als gemeinschaftliche Idee zu präsentieren.Ob diese positive Energie auch an der Wahlurne trägt, wird sich bald zeigen. Fest steht: Der Abstimmungskampf um Olympische Spiele in Hamburg ist in eine heiße Phase eingetreten – und wird nun sichtbar auch auf den Straßen und auf dem Wasser geführt.jlau