PfadnavigationHomeRegionalesHamburgGerichtsurteil„Hafentypische Kleidung“ half nicht – Kokain-Schmuggler in Hamburg verurteiltVeröffentlicht am 24.04.2026Lesedauer: 2 MinutenEin Blick in den Gerichtssaal am Tag der Verurteilung. Die beiden Schmuggelhelfer verbargen ihre Gesichter hinter Aktenmappen.Quelle: Christian Charisius/dpaFast eine Tonne Kokain sollte aus dem Hamburger Hafen geschleust werden. Doch beim zweiten Abholversuch flog der Plan auf. Nun verurteilte das Landgericht zwei Schmuggelhelfer zu mehrjährigen Haftstrafen.Zwei Männer wollten für ihre Auftraggeber fast 1000 Kilogramm Kokain aus dem Hamburger Hafen schmuggeln, doch bei ihrer zweiten Tour wurden sie gefasst. Nun sind die beiden Schmuggelhelfer vor dem Landgericht Hamburg zu jeweils fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Den Männern seien dabei die umfassenden Geständnisse zugutegehalten worden, sagte ein Sprecher des Landgerichts am Nachmittag in Hamburg. Zudem hätten beide aus einer finanziellen Notlage heraus gehandelt. Die 37 und 22 Jahre alten Männer wurden unter anderem wegen Beihilfe zur unerlaubten Einfuhr des Rauschgifts sowie wegen Beihilfe zum unerlaubten Handeln mit Drogen verurteilt.Lesen Sie auchKonkret hatten sie im September 2025 im Hamburger Hafen von einer Schiffsbesatzung etwa 470 Blöcke mit Kokain in sechs Sporttaschen überreicht bekommen und sie zu einem weiteren Helfer gefahren. Um im Hafen nicht aufzufallen, hatte das Duo den Angaben zufolge extra „hafentypische Arbeitskleidung“ getragen. Die Drogen – vermutlich insgesamt etwa 940 Kilogramm – sollen zuvor in einem Hohlraum im Schiff versteckt gewesen sein.Zuerst holten die Männer zu wenig Kokain abWegen eines Missverständnisses waren die Männer davon ausgegangen, dass die fast 470 Blöcke die gesamte Schmuggelware waren. Wenig später aber seien sie telefonisch darüber informiert worden, dass sie noch weiteres Kokain im Hafen abholen müssten.Lesen Sie auchAls die Männer dann den zweiten Teil der Ladung – diesmal 472 Kokainblöcke – abgeholt hatten, wurden sie allerdings gestoppt, weil Hafenmitarbeiter die Ausfahrt vom Terminalgelände gesperrt haben sollen. Die Helfer wurden festgenommen, die Drogen sichergestellt. Zu den Hintermännern und Auftraggebern war zunächst nichts bekannt.Hafenmitarbeiter sperren HafenausfahrtDie Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer zuvor Freiheitsstrafen von sechseinhalb und sieben Jahren beantragt, die Verteidigung eines der Angeklagten hatte eine Haftstrafe von unter fünf Jahren gefordert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Verurteilten könnten dagegen noch Rechtsmittel einlegen.lno/juve