PfadnavigationHomePanoramaOstseeinsel Poel„Wir sind alle am Ende“ – Teammitglieder verlassen Wal-Rettungsinitiative, Tierärztin liegt im KomaVeröffentlicht am 21.04.2026Lesedauer: 3 MinutenSeit Tagen ist der Wal vor der Insel Pöhl gefangen. Helfer versuchen, das Tier mit Makrelen zu füttern. Unter den Rettern gibt es Streit um das Vorgehen.Während der vor der Insel Poel liegende Buckelwal erneut feststeckt, werden Probleme im Team der privaten Rettungsinitiative öffentlich: Die Sprecherin ist zurückgetreten, eine Tierärztin befindet sich im Krankenhaus.Mehrere Teammitglieder haben die private Initiative zur Rettung des Wals vor Poel verlassen oder fallen vorerst aus. Christiane Freifrau von Gregory, die als Pressesprecherin des Teams aufgetreten ist, tritt zurück. Sie mache den Weg frei, da eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit unter den derzeitigen Rahmenbedingungen „für uns“ nicht mehr möglich sei.„Unser Ziel war es stets, die professionelle und ruhige Umsetzung des Konzepts, das Mensch und Tier schützt. Die aktuellen Entwicklungen und die Dynamiken vor Ort entsprechen jedoch nicht mehr den Grundwerten und Standards, für die ich persönlich und wir als Team stehen“, heißt es in einer schriftlichen Mitteilung von Gregorys.Weiter teilt sie mit: „Um die Integrität unserer bisherigen Arbeit zu wahren und die weitere Rettung des Tieres nicht durch interne Differenzen zu belasten, ist ein klarer Schnitt zum jetzigen Zeitpunkt unumgänglich.“ Lesen Sie auchDer Rückzug der Sprecherin ist nicht der einzige, den die private Initiative verkraften muss. So ist deren leitende Tierärztin, Janine Bahr-van Gemmert, am Montag mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte. Laut einer Mitinitiatorin der Rettungsinitiative, Karin Walter-Mommert, liegt Bahr-van Gemmert im Koma. Dem NDR sagte sie, der Rettungsdienst habe „fantastisch reagiert“ und ihr womöglich das Leben gerettet. Die Lage bleibe aber ernst: „Sie musste dringend notoperiert werden, ist noch nicht außer Lebensgefahr, befindet sich im Koma.“Lesen Sie auchBackhaus zufolge fällt auch eine weitere Tierärztin aus. „Ich habe natürlich auch mit großer Sorge zur Kenntnis genommen, dass die aus Hawaii eingeflogene Tierärztin abgereist ist“, sagte der Politiker am Morgen. „Das nehme ich zur Kenntnis.“ Zuvor hatten Medien berichtet, dass Jenna Wallace wegen Differenzen im Team abgereist sei. Mediamarkt-Mitgründer und Mitfinanzierer der Aktion Walter Gunz sprach von einer enormen Belastung für das ganze Team. Er selbst habe seit acht Tagen nur drei bis vier Stunden pro Nacht geschlafen und sei auch angeschlagen. „Wir sind alle am Ende.“ Aufgeben wolle die Initiative aber nicht. Es gehe auf jeden Fall weiter.Wasserstand in Wismarer Bucht deutlich gesunkenEin kräftig gesunkener Wasserstand macht den Helfern des gestrandeten Buckelwals in der Bucht der kleinen Ostsee-Insel Poel zu schaffen. Nachdem sie den ganzen Tag damit beschäftigt waren, Schlick unter dem tonnenschweren Tier abzusaugen und wegzublasen, lag es am Abend wie erhofft tiefer im Wasser. Das lindert seine Not, weil der Wal in zu flachem Wasser von seinem eigenen Gewicht erdrückt werden könnte.In der Abenddämmerung fütterten Helfer den rund zwölf Meter langen Meeressäuger mit Makrelen. Das war vor allem als Animation gedacht, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) zuvor gesagt hatte. Die Behörden werden über alle Schritte der privaten Rettungsinitiative informiert und entscheiden letztlich, was getan werden darf und was dem Tier nicht zugemutet werden sollte.Niedrigwasser bleibt ein ProblemDas Niedrigwasser wird die Arbeit der Helfer weiter erschweren. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sagt für Mittwoch erneut einen Wasserstand von bis zu 30 Zentimetern unter Normal voraus. Da der Wal nun in einer künstlich frei geblasenen Kuhle liegt, dürfte es für ihn umso schwerer werden, sich daraus wegzubewegen.Um zu verhindern, dass der Wal noch weiter in den ausgedehnten Flachwasserbereich am Ausgang der Bucht gerät, sollten mit Sand gefüllte Säcke in seinem Rücken im Wasser platziert werden. Doch bis zum Einbruch der Dunkelheit war in Livestreams nichts davon zu sehen. Die Säcke, so schilderte Backhaus die Idee, sollten den Wal davon abhalten, sich noch weiter vom tiefen Fahrwasser wegzubewegen. In der Nacht davor war dies geschehen, wie der Minister erklärte. Rund 80 Meter habe sich der Wal unter dem Druck von Wind und Wellen „im Rückwärtsgang“ bewegt.dpa/jm/säd/ceb
Wal-Rettung: „Wir sind alle am Ende“ – Teammitglieder verlassen Initiative, Tierärztin im Krankenhaus - WELT
Während der vor der Insel Poel liegende Buckelwal erneut feststeckt, werden Probleme im Team der privaten Rettungsinitiative öffentlich: Die Sprecherin ist zurückgetreten, eine Tierärztin befindet sich im Krankenhaus.










