PfadnavigationHomeRegionalesHamburgBlock-Prozess„Ich mache eine Rückführung, er macht eine Entführung“Veröffentlicht am 20.04.2026Lesedauer: 3 MinutenChristina Block am Montag im Hamburger GerichtssaalQuelle: Marcus Brandt/dpa Pool/dpaEine Polizistin sagt über ein Treffen mit der Angeklaten Christina Block aus: Die Unternehmerin soll beim ersten Verhör einen Satz gesagt haben, den die Ermittlerin sofort in ihr Notizbuch schrieb.Im Block-Prozess hat die Hauptermittlungsführerin der Hamburger Polizei ihr erstes Gespräch mit der Mutter geschildert. „Ich mache eine Rückführung, er macht eine Entführung“ - diesen Satz habe Christina Block am 3. Januar 2024 gesagt, nachdem die Polizei an ihrem Hamburger Wohnhaus geklingelt habe, sagte die Polizistin als Zeugin im Gerichtssaal. Sie habe diesen Satz so wichtig gefunden, dass sie ihn unmittelbar nach Verlassen des Hauses in ihr Merkbuch geschrieben habe.Die Verteidigung wandte ein, diese Aussage sei nicht verwertbar, da Block zuvor über ein Strafverfahren wegen Kindesentziehung informiert worden sei. Mehrere Verteidiger betonten erneut, nach deutschem Recht habe allein die Mutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht gehabt; mit der Rückkehr der Kinder nach Deutschland sei ein rechtmäßiger Zustand hergestellt worden.Lesen Sie auchDie Vorsitzende Richterin zeigte sich während der Vernehmung irritiert darüber, dass die Polizei aus der Presse erfahren habe, dass sich die Kinder bei der Mutter aufhielten. Eine Mitteilung hierzu habe es nach Angaben der Ermittler nicht gegeben. Die Beamtin berichtete auch von einer emotionalen Szene auf dem Polizeirevier, nachdem angekündigt worden sei, dass die Kinder an den Vater übergeben würden. Die Kinder hätten sich beim Wiedersehen mit dem Vater, dessen Frau und ihrer Schwester in die Arme geschlossen und geweint. Klara habe mit großer Eindringlichkeit von maskierten Männern im Wald berichtet, sodass die Zeugin ihre handschriftlichen Notizen abbrach und Tonaufnahmen anfertigte.Im Gerichtssaal wurden Fotos von Abschürfungen am Schienbein der Tochter Klara gezeigt, die die Kinder selbst aufgenommen hatte. Die Zeugin erklärte, sie habe die Verletzungen beim ersten Hausbesuch nicht gesehen, sondern erst später auf dem Polizeirevier. Die Verteidigung der Familie Block kritisierte, dass die Zeugin selbst keine frischen Verletzungen wahrgenommen habe.Geodaten zeigen den Weg der RückholaktionZudem schilderte die Beamtin, wie Ermittler mithilfe von Geodaten eines Täterhandys den Weg der Entführer rekonstruierten. Die Polizei habe nachvollziehen können, an welchen Stellen die Täter ein Waldgebiet an der deutsch-dänischen Grenze betreten und wieder verlassen hätten. Auch der mutmaßliche Ort, an dem der Junge Theo den Notrufknopf gedrückt habe, sei ermittelt worden. Kartenausschnitte wurden dazu im Gerichtssaal gezeigt.Die Hamburger Unternehmerin Christina Block ist angeklagt, eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihren damals zehnjährigen Sohn und die 13 Jahre alte Tochter vom Wohnort ihres Ex-Manns nach Deutschland zu entführen. Vorausgegangen war ein langer Sorgerechtsstreit, nachdem der Vater die Kinder nach einem Wochenendbesuch im August 2021 nicht wie vereinbart zur Mutter zurückgebracht hatte.Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, bestreitet die Anklagevorwürfe. In dem Prozess gibt es sechs Mitangeklagte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sieben weitere Beschuldigte.jlau
Block-Prozess: „Ich mache eine Rückführung, er macht eine Entführung“ - WELT
Eine Polizistin sagt über ein Treffen mit der Angeklaten Christina Block aus: Die Unternehmerin soll beim ersten Verhör einen Satz gesagt haben, den die Ermittlerin sofort in ihr Notizbuch schrieb.






