PfadnavigationHomeRegionalesHamburgAbschiebungen in Hamburg - Bericht nennt zahlreiche MängelVeröffentlicht am 20.04.2026Lesedauer: 3 MinutenDie Abschiebebeobachterin der Diakonie hat auch im vergangenen Jahr Missstände bei den Rückführungen am Hamburger Flughafen festgestellt. (Symbolbild)Quelle: Julian Stratenschulte/dpaWie gehen Behörden am Hamburger Flughafen mit Abschiebungen um? Ein neuer Bericht beschreibt Probleme beim Schutz von Kindern, Älteren und Kranken sowie bei der Organisation der Rückführungen.Die Abschiebebeobachterin des Diakonischen Werks hat auch im vergangenen Jahr wieder etliche Beanstandungen bei Abschiebungen über den Hamburger Flughafen festgestellt. Das betreffe den Umgang der Behörden mit gesundheitlichen Problemen und psychischen Belastungen der Ausreisepflichtigen ebenso wie mit Zwangsmitteln oder dem Trennen von Familien, heißt es im Jahresbericht der Abschiebebeobachterin Merle Abel.Nach fast der Hälfte der Begleitungen gab es GesprächsbedarfAbel begleitete nach eigenen Angaben als Beobachterin 158 Einzelausweisungen und 16 Gruppenabschiebungen - in 86 Fällen hatte sie anschließend Gesprächsbedarf. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr dem Bericht zufolge 1.096 Menschen über den Airport Hamburg abgeschoben. Bei der Bundespolizei seien 1.765 Einzelrückführungen angemeldet worden, wobei aber nur 718 vollzogen worden seien.Die Diskrepanz von 375 Abgeschobenen konnte die Bundespolizei auf Nachfrage nicht klären, versicherte aber, «dass keine Rückführungsmaßnahme über den Flughafen Hamburg ohne Einbindung der Bundespolizei erfolgt». Möglicherweise waren sie Teil von Sammelabschiebungen. Hamburgs Innenbehörde sprach von 817 Abgeschobenen, darunter 266 verurteilte Straftäter, und 957 freiwillig Ausgereisten. Sie wies aber darauf hin, dass über den Hamburger Flughafen auch Menschen aus anderen Bundesländern abgeschoben werden.87-jährige Rollstuhlfahrerin allein und ohne Jacke abgeschobenSo seien etwa bei einer von Schleswig-Holstein im Juli vergangenen Jahres organisierten Sammelabschiebung zahlreiche der 42 Personen behindert oder pflegebedürftig gewesen, heißt es in dem Bericht. Ein Mann sei im Rollstuhl gesessen, seine Frau habe ihn zwar unterstützt, sei aber selbst auf einen Rollator angewiesen gewesen. Eine 87 Jahre alte Rollstuhlfahrerin wiederum, die ohne ihre in Deutschland lebende Familie von Bayern aus allein nach Armenien abgeschoben worden sei, habe fast keine Kleidung dabeigehabt. «Sie trägt nur Schlappen, keine Jacke.», heißt es in Abels Bericht.Solche und ähnliche Vorgänge werden von der Abschiebungsbeobachterin in das Flughafenforum Hamburg eingebracht und dort mit der Bundespolizei, den Landesbehörden aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen diskutiert. Im Fall der 87-Jährigen seien sich alle einig gewesen, dass Menschen dieses Alters besonderen Schutz benötigten. «Es wurde vom Forum eine Anfrage an Bayern