PfadnavigationHomeRegionalesHamburgWestfield ÜberseequartierWie ein neues Stadtteil-Highlight Hamburgs Innenstadt verändertVeröffentlicht am 10.04.2026Lesedauer: 5 MinutenÜberdacht und rund um die Uhr geöffnet: das Westfield Überseequartier in der HafencityQuelle: Bertold FabriciusVor einem Jahr eröffnete das Einkaufs- und Kinocenter in der Hafencity. Die Geschäftsinhaber in der Innenstadt fürchteten, angesichts des Mega-Angebots abgehängt zu werden. Nach einem Jahr fällt ihr Fazit positiver aus, als sie anfangs befürchten hatten.Vor rund einem Jahr eröffnete in der Hamburger Hafencity das Westfield Hamburg-Überseequartier – und damit ein neues Stück Stadt direkt an der Elbe, mit Läden, Gastronomie und Freizeitangeboten wie einem großen Kinokomplex. In der ersten Jahresbilanz stehen rund zwölf Millionen Besuche, 98 Prozent der Flächen für Einzelhandel, Gastronomie und Freizeit sind nach Angaben des Centermanagements vermietet, fast alles davon bereits in Betrieb. General Managerin Theda J. Mustroph spricht von einer „Erfolgsgeschichte“ und davon, die Destination habe sich „als neues Highlight der Stadt und lebendiger Treffpunkt für die Community etabliert“.Gleichzeitig bleiben Fragen offen. So ist weiterhin unklar, wann genau die drei im Quartier geplanten Hotels eröffnen – die Rede ist vom zweiten Halbjahr dieses Jahres, wenn zumindest eines der Hotels starten soll. In der Geburtstags-Bilanz der Betreiber wird das Überseequartier als Baustein einer größeren städtebaulichen Erzählung beschrieben: Es solle die Innenstadt „bis an die Elbe verlängern“ und Hamburger ebenso wie Gäste der Stadt mit einem „außergewöhnlichen Angebot“ anziehen. In dieser Logik argumentiert auch Henrike Thomsen, Pressesprecherin der HafenCity Hamburg GmbH. Mit dem Quartier sei „der Anschluss der Innenstadt an die Elbe gelungen“, sagt sie. Das sei „eine der zentralen Ideen“ der Hafencity-Entwicklung gewesen. Die Vollendung des Überseequartiers mache die Hafencity „endgültig zu einem Stadtteil für alle“.Lesen Sie auchWas aber bedeutet das neue Angebot am Wasser für das Zentrum zwischen Mönckebergstraße, Alster und westlicher Innenstadt? Hamburgs neuer Innenstadtkoordinator Julian Petrin sagt, das Westfield-Zentrum ziehe Menschen an – und davon habe auch die Innenstadt etwas. Nach seiner Darstellung seien die Besuchszahlen in der klassischen Innenstadt „nicht generell eingebrochen“. Sie bewegten sich vielmehr auf einem ähnlichen Niveau wie vor der Eröffnung des Quartiers. Petrin ergänzt allerdings einen entscheidenden Punkt: Viele Besucherinnen und Besucher bedeuteten nicht zwingend viel Umsatz. Nicole Unger vertritt Dutzende Eigentümer von Immobilien in der City und steuert als stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Trägerverbunds Projekt Innenstadt sowie des City-Managements das Image mit. Sie sagt, man müsse das Fazit für die Innenstadt in zwei Teile teilen. Die westliche Innenstadt mit dem Neuen Wall, dem Passagenviertel, dem Jungfernstieg und den Hohen Bleichen habe keinen Frequenzverlust durch die Eröffnung des Westfield zu verzeichnen. Allerdings sei der Einzelhandelsbesatz und damit das Kundenpotential auch hier ein anderes als im Westfield. „Die Kunden haben sich das Westfield angeschaut, sich ein Bild gemacht und der Innenstadt und ihren Einzelhändlern weiterhin treu“, bilanziert sie. Lesen Sie auchAnders verhalte es sich mit der östlichen Innenstadt mit der Mönckeberg- und der Spitalerstraße. Sie verzeichneten einen Frequenzverlust, da die Art des Einzelhandels hier sehr ähnlich ausfällt wie im Westfield. Besonders an regnerischen Tagen steuerten Besucher eher das überdachte Überseequartier an. „Die Umsätze sind für uns nicht messbar. Grundsätzlich muss man aber schon klar sagen, dass der Einkauf bei einem Einzelhändler, der an beiden Standorten Präsenz ist, nur einmal getätigt wird – entweder in der Innenstadt oder im Westfield.“ Zusammenfassend würden die Frequenzen an beiden Standorten sehr gut ausfallen. Die Kaufkraft habe sich jedoch insgesamt im ersten Quartal 2026 sehr reduziert, was aber mehrheitlich auf die weltwirtschaftliche Lage und die extrem hohen Benzinpreise zurückzuführen sei. Viele Besucher stammen aus dem Hamburger Umland und fahren mit dem Pkw nach Hamburg, um hier einzukaufen. Der Verbraucher sei vorsichtig und abwartend. Nicole Ungers Fazit lautet: „Es profitieren beide Standorte voneinander – so wie es auch sein sollte.“Allerdings sei bei den oberirdischen Verbindungsachsen, die man zu Fuß oder mit dem Fahrrad benutzen könne, noch sehr viel Luft nach oben. Auch das Angebot für Familien mit Kindern in der Innenstadt sei deutlich erweiterungsfähig. Lesen Sie auchHamburgs neuer Innenstadtkoordinator Julian Petrin will dem die Idee eines vernetzten Stadterlebnisses entgegensetzen. Seine Vision sei ein „nahtloses ‚Innenstadt-Erlebnis‘ zwischen Überseequartier, Mönckebergstraße, Binnenalster und der westlichen Innenstadt“. Entscheidend sei das „Zusammenspiel der etablierten und der neuen attraktiven Orte“, das sich weiter stärken lasse. Ein Treiber der hohen Besuchszahlen ist nach Darstellung des Westfield-Managements die gefundene Mischung aus Shopping, Gastronomie und Freizeit. Neue Restaurants starten demnächst, darunter eines von Spitzenkoch Thomas Bühner an der Waterfront, also an der Uferpromenade des Quartiers. Im Mittelpunkt des Geschehens und oberhalb des viel besuchten Foodcourts liegen die Säle des Betreibers Kinopolis. Geschäftsführer Gregory Theile zieht eine positive Startbilanz: „Wir sind mit dem Verlauf des ersten Jahres hochzufrieden“, sagt Theile. Man habe gewusst, dass es ein „Wagnis“ sei, „ein so ambitioniertes Projekt in die Tat umzusetzen“. Umso mehr freue man sich, dass das neue Kino so gut angenommen werde und man „so viel positives Feedback“ von den Gästen bekomme. Mit dem ebenfalls im Überseequartier beheimateten Port des Lumières hat sich Hamburgs erste dauerhafte Aufstellung für immersive Kunst zu einem neuen Publikumsmagneten in der Hansestadt etabliert. Mehr als 500.000 Besucherinnen und Besucher haben die spektakulären Erlebniswelten im ersten Jahr seit der Eröffnung erlebt.Der erste Geburtstag soll aber nicht nur bilanziert, sondern auch gefeiert werden. Für Freitag, 10. April, und Samstag, 11. April, kündigt das Westfield Hamburg-Überseequartier die „höchste Torte Hamburgs“ an. Auf einer Bühne vor dem Center gibt es ab den Mittagsstunden ein Programm mit Musik, Modeshows, Gewinnspielen und einer Party in den frühen Abendstunden. ee/dpa
Westfield Hamburg-Überseequartier: Wie ein neues Stadtteil-Highlight die Innenstadt verändert - WELT
Vor einem Jahr eröffnete das Einkaufs- und Kinocenter in der Hafencity. Die Geschäftsinhaber in der Innenstadt fürchteten, angesichts des Mega-Angebots abgehängt zu werden. Nach einem Jahr fällt ihr Fazit positiver aus als anfangs befürchtet.







