PfadnavigationHomeRegionalesHamburgNeues ParlamentshausMit „Kaffeekiezen“ und Geheimschutzbereich –Hamburgs Bürgerschaft vor dem Umzug in gemeinsamen SitzVeröffentlicht am 01.04.2026Lesedauer: 3 MinutenBürgerschaftspräsidentin Carola Veit (M.) bei der Schlüsselübergabe zum Haus der Bürgerschaft mit Martin Wolfrat (l.) und Markus Wiedenmann (r.) von Art-Invest Real Estate. Quelle: Bertold FabriciusJahrzehntelang arbeiteten die Fraktionen in der Hamburgischen Bürgerschaft an vielen Standorten außerhalb des Rathauses. Im Sommer ziehen sie in ein gemeinsames Haus in der Innenstadt. Nun erhielt die Bürgerschaftspräsidentin den Schlüssel.Der weiß-gehaltene Terrazzoboden glänzt wie unberührt, hinter dem Tresen im Erdgeschoss arbeitet noch niemand und die Büros in den oberen Stockwerken sind bisher komplett ohne Möbel. Nur die Einbau-Küchen stehen schon, Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) nennt sie passend zum modernen Hauch des neuen „Haus der Bürgerschaft“: Kaffeekieze als sie am Mittwoch das erste Mal als neue Hausherrin durch die Räume am Alten Wall führt. 150 Meter entfernt vom Rathaus der Hansestadt bezieht die Hamburgische Bürgerschaft, das Landesparlament Hamburgs, ihren neuen Sitz. Am Mittwoch hat sie offiziell den Schlüssel für das umgebaute Kontorhaus erhalten, das einen seit Jahrzehnten beklagten Missstand beheben soll. Aktuell sind die Bürgerschaftsfraktionen und die Parlamentsverwaltung auf fünf Gebäude plus Rathaus aufgeteilt. Denn das Hamburger Rathaus ist schon lange zu klein, um genug Büroarbeitsplätze zu haben, zumal große Teile des Gebäudes rein repräsentativen Zwecken dienen und die Hälfte der Büros zudem dem Senat und dessen Verwaltung vorbehalten sind.Lesen Sie auchDeshalb hat sich das Parlament seit Jahren um eine gemeinsame Stätte bemüht. Die ersten Pläne wurden vor fast 25 Jahren geschmiedet, immer wieder gab es neue, doch alle wurden verworfen oder scheiterten. Seit 2020 verhandelte man mit dem jetzigen Investor Art Invest Real Estate über das Gebäude, in dem ursprünglich mal die Post ihren Sitz hatte. 2023 einigte man sich auf Umbaupläne und einen 30 Jahre laufenden Mietvertrag bei einer Anfangsmiete von 29,62 Euro je Quadratmeter, was monatlichen Kosten von 363.440 Euro entspricht.Das ist mehr als das Doppelte der aktuellen Mietkosten, die bei 169.580 Euro liegen. Dennoch heißt es, „der Gesamtnutzwert“ sei im neuen Gebäude höher – unter anderem, weil in den älteren angemieteten Gebäuden mittelfristig auch die Mieten durch anstehende Modernisierungen steigen würden. Zudem könne die Bürgerschaft neu über 2500 Quadratmeter mit Geheimschutzbereich, Empfangsbereich und für Sonderbedarfe wie Parlamentarische Untersuchungsausschüsse verfügen. Lesen Sie auchVeit betonte die Bedeutung des Hauses der Bürgerschaft nicht nur als Gebäude, sondern als „Schlüssel zu weiterem gedeihlichem demokratischen Wirken für dieses Land“. In dem neuen Gebäude fänden nun 270 Mitarbeitende der Fraktionen und der Bürgerschaftskanzlei ihren „Heimathafen“, was die Zusammenarbeit verbessern und die bisherigen Standorte ersetzen soll, um „kurze Wege, effiziente Abläufe und eben die Chance auf eine Zusammenarbeit“ zu ermöglichen.In der Sommerpause des Parlaments soll der Umzug laufen. Den Start macht die Bürgerschaftskanzlei im Juni. Die Fraktionen folgen danach. Beim Umzug geht es vor allem darum, die angemieteten Außenstandorte leerzuziehen. Die Büros im Rathaus selbst bleiben in großen Teilen erhalten. Auch hat man sich dagegen entschieden, große, für Ausschüsse geeignete Räume im neuen Haus der Bürgerschaft einzubauen. Getagt wird damit weiter überwiegend im Rathaus oder im nahen Sitzungshaus am Adolphsplatz.
Neues Parlamentshaus: Mit „Kaffeekiezen“ und Geheimschutzbereich –Hamburgs Bürgerschaft vor dem Umzug in gemeinsamen Sitz - WELT
Jahrzehntelang arbeiteten die Fraktionen in der Hamburgischen Bürgerschaft an vielen Standorten außerhalb des Rathauses. Im Sommer ziehen sie in ein gemeinsames Haus in der Innenstadt. Nun erhielt die Bürgerschaftspräsidentin den Schlüssel.






