Sie sind selten geworden, jene mit der Gegenreformation aufgekommenen Inszenierungen für Straßen oder Kirchen, um dem biblischen Geschehen plastische Anschauung zu verleihen. Was Aufklärung und Säkularisation, Napoleon und Nationalsozialismus nicht gelang, ging meist nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil oder schlicht mangels Zuspruch verloren. Nur wenige historisch gewachsene Fronleichnamszüge überdauerten, wie jener im oberhessischen Mardorf, oder jesuitische Karfreitagsprozessionen wie in Lohr am Main. Mancherorts wie in der Wetterau-Gemeinde Ilbenstadt konnten die Feierlichkeiten der Osternacht bewahrt werden, allerdings mit der Einschränkung, dass sie in der jetzigen Gestalt erst vor 75 Jahren durch Papst Pius XII. eingeführt wurden.
Wandertipp nach Ilbenstadt: Ostermesse sorgt für Lichterglanz über Wetterau
Weithin sichtbar beherrscht die romanische Doppelturmfassade der Basilika St. Petrus und Paulus das Niddatal, auch „Dom der Wetterau“ genannt. Stimmungsvoll erhellt Kerzenschein das Hochfest in der Osternacht.







