PfadnavigationHomeICONISTTrends„Ich bin ein Star...“, Tag 16RTL macht es sich leicht – Bauer und Spielerfrau scheitern an GilVeröffentlicht am 08.02.2026Lesedauer: 8 MinutenNoch immer im Dschungel, aber ohne Reue: Gil OfarimQuelle: RTL/Tag 16Muss Gil Ofarim sich noch in der Show entschuldigen oder worum geht es Publikum und Mit-Campern wirklich? RTL zumindest will sich am liebsten komplett raushalten. Ansonsten ist das Dschungel-Halbfinale so zäh, dass sogar Cellulite ein Thema wird – und Simone Ballack eine Ariel für Arme geben muss.„Ist das eine glückliche Wortwahl? Nein. Kann man ihm das unfassbar schlecht auslegen? Ja. Hat er es so gemeint? Keine Ahnung.“Spricht Gil hier von sich selbst, von seinen falschen Behauptungen rund um die Videoaufnahmen in der Sendung vom Freitag? Geht es mal wieder um unklare Formulierungen, Unterlassungen, Verleumdungen?Nein! Es geht um die Cellulite von Patricks Ex-Freundin Antonia und damit herzlich Willkommen zum juristischen Repetitorium zur allabendlichen Vorlesung Öffentliches (Un-)Recht, Schwerpunkt Drumrumreden, Dozent: RTL.Eines vorweg: „Wenn es dich stört, dann mach Sport“ ist leider niemals und auf gar nichts, was eine Frau jemals über egal welches Körperteil sagt, die richtige Antwort, sorry Patrick. Und wo das nun geklärt ist, zur Halbfinalfolge des Dschungelcamps!Die fühlte sich beinahe schon wie ein vorgezogenes Finale an, was ja traditionell die langweiligste Folge ist – denn es fehlte an Tempo, an rotem Faden, an Erzählsträngen, dafür gab es zu viel „das ist so krass, ich bin im Halbfinale“, „ich bin so dankbar“ „die ganze Nation ruft an“. Alles zog sich hin wie das „ch“ in Ariels „peinlichhhh“. Die zwei Stunden waren gar so lang, dass RTL die Zuschauer an zwei Abenden hintereinander mit den Heulbriefen belästigte – Gil war übrigens angesichts der Nachricht seiner Kinder „soo kurz davor den Satz zu sagen“. Und all seine vier Anwälte so: Nein, keine Sätze mehr sagen! Aber vielleicht war er auch nur so gerührt, weil er endlich mal wieder einen handgeschriebenen Brief bekommen hat und nicht immer nur Verschwiegenheitserklärungen, nein Unterlassungen, ach, Gerichtspost eben. Lesen Sie auchApropos. Natürlich ging es auch in dieser Folge wieder um das ewige, das leidige Thema, das die Staffel komplett bestimmte. Das dazu führte, dass der allabendliche Eskapismus, den man aus den vergangenen Jahren kannte, so nicht mehr funktionierte – sondern man parallel Sekundärliteratur auf Instagram lesen, Faktenchecks recherchieren, alte Podcasts hören, Gerichtsbegründungen googeln musste. „Es rutscht vielleicht einem Menschen mal was raus, was er nicht so gemeint hat. Und dann entschuldigt man sich hinterher“, sagt Gil dazu, ja, über den Cellulite-Streit von Patrick und Antonia. Und dann ist da noch der andere kleine „Vorfall“. Der eben immer noch so un-auf und er-klärt durch den Dschungel wabert, womit Simone und Patrick immer schlechter umgehen können oder wollen.Reue in der Öffentlichkeit? Bisher nichtSimone spricht die ultimative Drohung aus – „wenn Gil Dschungelkönig wird, dann schau ich die Sendung nie wieder“. Genauso, wie ein großer Teil des deutschen Fernsehpublikums zuvor tönte, dass es die Sendung wegen der Teilnahme von Gil boykottieren würde. Das klappte so gut, dass RTL seit Tagen Mails verschickt mit Betreffzeilen wie „Dschungel holt erneut doppelten Primetime Sieg“.Patrick jedenfalls ist zum Halbfinale etwas ganz Heißem auf der Spur: „Jemand, der sich nicht entschuldigt – vielleicht sieht der seine Fehler gar nicht ein? Entschuldigen hat ja mit Schweigepflicht auch gar nichts zu tun?“Vielleicht ist das ewige „entschuldigen“ das falsche Wort – denn natürlich muss Gil nicht bei seinem neuen Bauernfreund oder bei Simone Ballack um Entschuldigung bitten, er hat ihnen nichts getan. Aber die beiden scheinen, wie ein großer Teil der Öffentlichkeit, das Bedürfnis zu haben, ein bisschen Reue zu spüren. Eine Reue auch dieser Öffentlichkeit gegenüber – denn Gil Ofarim hat genau diese Öffentlichkeit genutzt.Der Vorfall war kein Vorfall zwischen zwei Menschen allein. Gil Ofarim machte die Öffentlichkeit zum Mitspieler, gab Interviews im Minutentakt, nutzte die Öffentlichkeit aktiv um seinen Vorwurf zu verbreiten, zu verstärken, er nahm die allgemeine Empörung über den vermeintlichen Antisemitismus gerne an, forderte gar in einem Interview mehr Zivilcourage von der Bevölkerung ein. Warum er darüber so gar keine Reue zeigen will, immer wieder auf seinen dürren Satz vor Gericht verweist und sich nur bei Sachsen entschuldigte – eine Erklärung ist, dass er die Zweifel, die er sät, am Leben halten will, ins kollektiven Gedächtnis nicht als reuiger, geständiger Sünder, sondern als der vielleicht zu Unrecht Beschuldigte eingehen will. Lesen Sie auchUnd das wäre sein wahrer Sieg, da braucht es keine Blätterkrone mehr. Deswegen behauptet er, er sei „freigesprochen“, zitiert den einzigen von so vielen Zeugen, der den Stern gesehen haben will, redet von fehlenden Sekunden auf dem „nicht originalen“ Überwachungsvideo. Primetime Quote, Primetime Masse erreicht mit diesem Geraune. Und wo in den vergangenen Jahren die Moderation von Sonja Zietlow und Jan Köppen manchmal geradezu übertrieben politisch korrekt war und moralisch einnorden wollte – lassen sie in diesem Jahr klar falschen Aussagen einfach kommentarlos stehen. Die Kollegen von „Bild“ hatten dazu mal nachgefragt, die Antwort von RTL: „Wir lassen alle Protagonisten unzensiert sprechen und geben somit den Zuschauerinnen und Zuschauern die Möglichkeit, sich mit Hilfe der begleitenden Presseberichterstattung, dem intensiven Diskurs auf Social Media und in Begleitformaten sowie Diskussionen in ihrem persönlichen Umfeld ihre eigene Meinung zu bilden.“ Heißt: RTL hat da jetzt auch keine Lust mehr das alles richtigzustellen, die Leute sollen selbst googeln, auf TikTok gehen und sich mit ihren Nachbarn unterhalten – schon immer die verlässlichsten Wege, um zu den richtigen Fakten zu kommen. Die wären übrigens, wenn wir jetzt schon die Arbeit von RTL machen sollen: Es fehlen rund zwei Sekunden einer Videosequenz der Überwachungsvideos, der Sachverständige vor Gericht ging von einem Kopierfehler aus. Die Sequenz betraf Bilder des Barbereichs, auf denen Gil nicht zu sehen war. Da die Bilder digital abgerufen wurden, gibt es kein „Original“ oder „Kopie“ wie bei Videobändern. Und die Erde ist rund. Ariel – von der Scheibe runtergefallenAchja, Ariel? Die ist raus, wurde, sorry, ge-gillt, und war völlig überrascht von ihrer Abwahl. Sie sei wohl „zu gerecht und zu direkt“ gewesen, so ihre Theorie im Interview, sei über sich hinausgewachsen, „in meiner Welt“ – aber die ist ja auch flach und daher ist Ariel da jetzt einfach am Rand runtergefallen. Sie fällt aber weich, als einzige der Camper hat sie eine sechsstellige Anzahl an Instagram-Followern dazugewonnen, die wahre Währung, wer braucht schon 100.000 langweilige Boomer-Euro?Samira, Hubert und, na klar, Gil können diese Siegprämie im Finale nun noch gewinnen – in einer Standard-Saison wäre Hubert der klare Favorit, ein sympathisch-schrulliger Halberfolgreicher, der es sicherlich nicht immer leicht hatte, früher eher Außenseiter, im Camp alles tapfer mitgemacht. Er gibt auch wirklich alles, hält im Dschungeltelefon gar eine Ansprache an seinen toten Malteser, Joyce, 1,9 Kilo: „Ich hoffe dir geht’s gut mein Schatz“. Wird das dieses Jahr reichen? Oder ist die Menge derer größer, die aus Spaß an der Sensation für Gil anrufen? Die auch die aufregen wollen, die das Weiterkommen von Gil aufregt – ob vor dem TV oder in der Show.Das waren im Halbfinale vor allem Simone und Patrick. Die sich beide nicht treu geblieben sind darin, wie sie mit Gil umgehen – Simone wurde plötzlich zu Dalli Vollwaschmittel, also Ariel für Arme, und kam immer und immer wieder mit „dem Vorfall“ an, nachdem sie in Woche eins noch Mitleid mit Gil hatte. Und Bauer Patrick schien doch in einer tiefen Bromance mit Gil – machte sich dann aber plötzlich große Sorgen, wie diese Männerfreundschaft draußen wohl ankommen könnte. Also spricht er im Dschungeltelefon plötzlich Tacheles, nennt Gil „aalglatt“, er hätte „zu nichts eine Meinung“, würde eine „Opferrolle“ spielen. Schlägt nach der Prüfung aber mit Gil ein und behauptet, der würde verdient mit ihm in Finale stehen. Und dieses Fähnchengewedel kostet Simone und Patrick dann den Finaleinzug. Gut, dass am letzten Tag eh nicht mehr gekocht werden muss.Und die Prüfung? „Creek der Sterne“ – ist schön anzusehen, da die Wasserschlacht wie ein Hollywoodfilm inszeniert wird, aber gleichzeitig langweilig, weil hier meist alle Sterne geholt werden. Warum nur hat RTL die einmalige Chance liegen lassen, die legendäre Dreier-Auto-Prüfung (nicht sehen, nicht hören, nicht sprechen) mit Gil und Ariel zu besetzen? Warum überhaupt hat RTL in diesem harten, anstrengenden Dschungeljahr dem Publikum nicht mal diese Prüfung gegönnt? Muss man sich die jetzt auch selbst auf TikTok suchen oder mit dem Nachbarn nachspielen?Und sonst? Tut RTL zumindest so, als ob sie noch nicht komplett aufgegeben haben und lässt alle Camper nochmal ein Spiel spielen, in dem sie sich fiese und nette Sachen sagen müssen – aber es fehlt an Energie, Gil tut so, als ob er die Regeln nicht versteht, um sich bei allen gleichermaßen einzuschleimen und allen anderen ist es unangenehm, Gil die schlechten Stöckchen zuzustecken. Sie tun es aber trotzdem und am Ende weint Hubert.Simone Ballack möchte nicht mehr Spielerfrau genannt werden, Samira möchte nicht, dass Serkan (der schon wieder!) ein Buch über sein (und ihr) Leben schreibt, auf Instagram postet Ariels Ex Giuliano, wie er der gemeinsamen Tochter erklärt, dass die Erde rund ist.Sonntag geht es weiter mit dem Finale um 20:15 Uhr auf RTL und RTL+.
Dschungelcamp, Tag 16: RTL macht es sich leicht – Bauer und Spielerfrau scheitern an Gil - WELT
Muss Gil Ofarim sich noch in der Show entschuldigen oder worum geht es Publikum und Mit-Campern wirklich? RTL zumindest will sich am liebsten komplett raushalten. Ansonsten ist das Dschungel-Halbfinale so zäh, dass sogar Cellulite ein Thema wird – und Simone Ballack eine Ariel für Arme geben muss.















