PfadnavigationHomeICONISTTrends„Ich bin ein Star …“, Tag 6Soll das die Resozialisierung des Gil Ofarim sein?Veröffentlicht am 09.02.2026Lesedauer: 4 MinutenGil Ofarim fragt freundlich im Dschungeltelefon nach frischen HandtüchernQuelle: RTL/Tag 6Weil sein Geschweige langsam nervt, konfrontiert Nicole Gil Ofarim mit der einen Frage, die sich alle stellen. Welche Antworten gibt es diesmal? Auf jeden Fall kommt er langsam aus der Deckung. Doch auf Ariel ist Verlass.Er bringt einen Korb voll frischer Handtücher, die er sich vorher für alle gewünscht hatte – Gil Ofarim betritt zum Song „Lovin‘ You“ die Lagerfeuerrunde, er verteilt die Handtücher, alle freuen sich, bedanken sich, „man muss nur nett fragen“, sagt er stoisch lächelnd wie Jesus.Und diese Szene ist irgendwie prototypisch für den aktuellen Umgang von RTL mit Gil Ofarim, diese Folge wird recht penetrant dafür genutzt, Gil ins bessere Licht zu rücken. Geht seine Kommunikationsstrategie ohne Kommunikation auf?Er sagt zuerst ein paar wahre Worte über Mütter und Schwangerschaft, bondet mit Stephen übers Vatersein und all das könnte supergut funktionieren – wenn er einmal kurz vorher die Vergangenheit „aufgearbeitet“ hätte, wie es das Publikum und Mit-Camper erwartet haben.Lesen Sie auchSo passiert nämlich das, was Nicole passiert ist – das salbungsvolle Gerede macht aggressiv, man fragt sich: Nutella und saure Gurke, schön und gut, „aber was ist mit diesem Mann?“ Also: dem Hotelangestellten.Danke Nicole für genau diese Frage. Aber leider bringt ihr forscher Ausbruch gegenüber Gil am Spülbecken auch nichts, Gil salbt weiter, „was da passiert ist, macht mich nicht komplett aus“ und das ewige „ich würde gerne, aber ich darf ja nicht reden“.Dafür wird über ihn geredet, er benehme sich ja gut, wir sind alle Menschen, ist nicht vielleicht auch mal gut, der hat ja gelitten, mit all diesen Floskeln wirft Simone Ballack um sich und ja, auch das mag alles sein – dennoch gehört zu einem Blick nach vorne noch dieser eine Blick nach hinten, diese eine, ordentliche, öffentliche Entschuldigung, wenn man sich ein solch prominentes Format für die Medienrückkehr aussucht.Gil Ofarim sagt, er dürfte nichts sagenUnd das ist kein persönlicher Wunsch, kein ewiges Moralisieren – sondern ein Blick auf ein problematischen Kommunikationsmuster nach problematischem Verhalten, das Gil hier gerne durchbringen würde.Denn: er sagt, er dürfte nichts sagen, müsse schweigen, ja, man kann sich vorstellen, dass der Hotelmitarbeiter nicht will, dass noch mehr Komisches geredet wird – aber worüber Gil eben doch gerne redet: über sein Leiden, seine Schulden, die negativen Konsequenzen, Alkohol, Karriereende (oder nur -bruch?). So ist für den Zuschauer allerlei Emotionales rund um seine Person immer wieder präsent, während die juristischen Fakten und die Tat komplett ausgeblendet bleiben. Emotionalisierung ist ein mächtiges Instrument, gerade im Reality TV. Was immer mehr in Vergessenheit gerät: Henne und Ei, Ursache und Wirkung, ja, warum geht es ihm denn so schlecht? War da was? Wenn es nach Gil geht, dann geht es um „Fettnäpfchen“, um Umstände, um „Zeilen“, die er „vorgelesen“ hat, alles irgendwie passiv, indirekt.Und dann spricht er gestern plötzlich vom nächsten Jahr, er will wieder auf der Bühne stehen – und das soll er tun. Das Störgefühl wäre nur sehr viel kleiner, wenn er nicht jeden Tag wieder die TV-Reue, die öffentliche Aufarbeitung auslassen würde. Und je länger er das so durchzieht, desto leichter wird es für ihn – wie sich prototypisch an Simone Ballack zeigt, „er geht doch immer weg, wenn einer nicht mit ihm reden mag, wie so ein geprügelter Hund“, wenn er nicht reden will, dann lasst ihn doch, Verantwortung übernehmen wird so zum Kann, nicht Muss. Auch weil es langsam anstrengend und vielleicht ein bisschen uncool wird, immer noch auf eine Reflexion zu warten und zu pochen. Ein bekanntes Muster, das ihm hier alle Beteiligten allzu leicht durchgehen lassen. Noch ein bisschen Liebestalk mit Samira am Lagerfeuer, die darf dann noch sagen, wie „reflektiert“ er ist. Der zweite Skandal ist das Bettenthema, das in anderen Camps schon an Tag eins oder zwei Thema gewesen wäre. Und um ein paar Umwege führt das zu ein paar Diskussionen etwa zwischen Nicole und Simone, das ist aber alles vernachlässigbar. Und die Prüfung? Das Thema Ariel/Eva zieht sich langsam, auch der Weg zur Prüfung mit allerlei O-Tönen dauert gefühlt länger als die Prüfung selbst. Dort liefert, na klar, Gil noch am ehesten ab, Ariel kreischt selbst totes Essen an. Interessant wird es danach: Gil wird langsam gar verwegen und geht sogar auf Angriff, kritisiert andere, hier die „Würg-Geräusche“, beziehungsweise Ariel für den Satz „ich mag ihn nicht“ – das solle sie bitte weglassen. Zensur nicht mit Ariel. „Ich bin eben froh, dass in meiner Familie kein Verbrecher ist“ – aber sicher sind auch viele froh, dass in ihrer Familie keine Ariel ist.Lesen Sie auchUnd sonst? Es nervt ein bisschen, dass Samira Nicoles mutigen Vorstoß so sehr auf sich dreht. Hubert wird zum Sympathieträger, darf Trauriges und Lustiges erzählen. Nächste Prüfung: Gil oder Ariel? Der Zuschauer sagt: Ariel.Donnerstag geht es weiter um 20.15 Uhr auf RTL und RTL+.
Dschungelcamp: Soll das die Resozialisierung des Gil Ofarim sein? - WELT
Weil sein Geschweige langsam nervt, konfrontiert Nicole Gil Ofarim mit der einen Frage, die sich alle stellen. Welche Antworten gibt es diesmal? Auf jeden Fall kommt er langsam aus der Deckung. Doch auf Ariel ist Verlass.












