Fluch und Segen, beides kommt im Dschungelcamp aktuell aus der Schweiz. Denn Tag 2 gehörte dem Reality-Küken Ariel. Als Verhörspezialistin entnervte sie erst Gil Ofarim, bis dieser einen schweren Fehler machte. Und dann geriet auch ihre Dschungelprüfung zur Folter – für andere.Das Leben ist hart, das wissen unsere Lieblings-TV-Camper des Jahrgangs 2026. Sie alle haben schließlich ihr Päckchen zu tragen – sonst wären sie aktuell nicht da, wo sie sind. Aber das Leben wird eben noch ein bisschen härter, wenn eine Frau namens Ariel in der Nähe ist. Ariel, Reality-Küken, 22, die „beim RTL“ offenbar so wenig Antrittsgage bekommt, dass sie sich keinen Nachnamen leisten kann, wirkt nach der Zwangskonfiszierung ihrer hellblonden Haarextensions (aka „Wischmopp“) beim Camp-Einzug durch die Kontrolleure noch ein wenig kleiner, zierlicher, schutzbedürftiger. Äußerlich.Denn wer die Schweizerin wegen ihrer Statur, ihren falschen Wimpern, dem oft ins Bild gerückten Bikini-Dekolleté, überhaupt dem ganzen Girly-Getue in Verbindung mit ihrer schweizerisch-kehligen, für deutsche Ohren seltsam klingenden Aussprache nicht für voll nimmt, der begeht eindeutig einen Fehler. Lesen Sie auchAriel geht keiner Konfrontation aus dem Weg, im Gegenteil, jedenfalls keiner mit einem Menschen. Wie ein Raubvogel stürzt sie sich auf ihre Gesprächspartner im Camp, ob sie nun arglos am Lagerfeuer herum lümmeln, sich nur kurz die Haare waschen oder gedankenlos eine Kakerlake zertreten (wie gestern der „Bauer sucht immer wieder eine neue Frau“-Patrick). Das Gute an Ariel: Sie stellt meist genau die Fragen, die sich die meisten vor dem Fernseher auch stellen. Ohne Umschweife. Ohne Rücksicht. Damit ist sie natürlich ein Segen für die ersten Camp-Tage, die traditionell in Harmonie und zurechtgelegten Herzschmerz-Beichten dahin plätschern. Nicht so gut: Einmal gepackt, beginnt Inspektorin Ariel mit einer skurrilen Mischung aus Verhör und moralischer Belehrung des Delinquenten – letztere ist meist intellektuell eher unterkomplex formuliert, strotzt dafür aber vor Überheblichkeit.Ariel, die Verhörspezialistin, biss sich zunächst an Eva Benetatou fest. Für alle, die nicht ganz so tief im Reality-Game stecken – das ist die, die Sex mit dem baldigen Ex-Mann der Mit-Camperin Samira Yavouz hatte – und zwar, als diese sich gerade „in anderen Umständen“ befand, wie man das früher nannte. Ein offenbar selbst für Reality-Kreise spektakulärer Fall. Simone Ballack, 49, obwohl selbst schon in dem ein oder anderen Reality-Format dabei gewesen, ließ sich im kleineren der beiden Camps von Samira erst einmal erklären, wer mit wem jetzt was und wann hatte. Ohne es aber am Ende richtig zu überreißen: „Ist ja ein ganz schönes Bäumchen-wechsel-Dich bei euch Reality Stars“.Ariel wiederum kreiste ihr Opfer Eva erst einmal recht plump ein mit dem Hinweis, dass sie persönlich ja nichts ekliger finde, als wenn ein Typ sie anbaggere, der einen Ehering am Finger stecken habe. Ob Eva denn schon mit der Betrogenen, mit Samira, darüber gesprochen habe? „Nein, nicht persönlich.“ – „Hast Du Dich denn entschuldigt?“ – „Ich habe ihr eine Nachricht geschickt.“Es folgt die Anklage: „Deine Ehre, dein Stolz, deine Moral – Wo ist die? Warum hast du das gemacht?“ – „Zeigst du Reue?“ – „Persönlichkeit fängt bei mir mit Einsicht an!“ – Eva, cool bleibend: „Das geht dich, das geht euch alle gar nichts an.“Erfrischend konfrontativ geht Ariel dann auch bei Gil Ofarim vor, der ernsthaft zu glauben scheint, er könne im Camp mit seiner „Ich darf nichts sagen“-Nummer durchkommen. „Bild“ bekam mittlerweile von Ofarims Anwälten bestätigt, dass es eine solche Unterlassungserklärung tatsächlich gibt. Sie stammt überraschenderweise nicht von Ofarims Ex-Frau, sondern wohl von dem Hotelangestellten in Leipzig, den Ofarim bezichtigt hatte, ihn antisemitisch beleidigt zu haben. Was dieser niemals hatte.Im Camp kann der Sänger, der mittlerweile so pleite ist, dass er aus München weg ziehen, seine Instrumente und selbst sein „geliebtes Mikrofon“ verkaufen musste, wie er klagt, noch so oft „Verschwiegenheitsklausel“ sagen, noch so oft, er sei doch „so viel mehr als diese Geschichte“ und habe „so viel mehr zu geben“ – seine Mitcamper (und vermutlich aller Zuschauer) glauben es a) nicht und sehen es b) grundsätzlich anders. Inspektorin Ariel bleibt daher unbarmherzig: „Hast du dich jemals bei diesem Menschen persönlich entschuldigt?“ – „Bereust du, was du gemacht hast?“. Ausflüchte kontert sie mit „Sorry, das ist Bullshit!“ In die Enge getrieben, begeht Ofarim einen typischen Männerfehler. Er fragt sie: „Mäusele, wie alt bist du eigentlich?“. Frauen im Gespräch klein machen. Keine gute Idee. Grundsätzlich. Und noch weniger, wenn man in so einer Situation steckt wie der Sänger außer Dienst. Ariel: „Das G in Gil steht für gelogen!“. Wenn Ofarim seine Verteidigungsposition nicht rasch lockert, dann ist er als Erster raus. Verdient.Doch das war nur die halbe Show der Schweizerin, die insgesamt knapp 50 Prozent der Sendezeit für sich verbuchen konnte. Das lag allerdings daran, dass sie sich bei der Dschungelprüfung direkten Schrittes in die Fußstapfen großer Dschungelprüfungs-Sirenen wie Sarah Knappik (2011) oder Gisele Oppermann (2019) begab. Kreischtechnisch wirkte Sam Dylan, der letzte große Prüfungsverweigerer, gegen Ariel wie das geschätzte Mitglied eines Schweigeklosters. Von zehn Minuten, die Ariel in eine überdimensionierte Tonne mit Biomüll am Boden nach Zahlenschlössern und Sternen suchen sollte, schrie sie zwölf. Sie verbrachte dabei keine einzige Sekunde mit der Suche, bewegte sich nicht einmal von der Leiter, auf der sie eisern verharrte – zur Verzweiflung ihres Mitprüflings Hubert Fella in der Neben-Tonne, der noch so viele Fragen finden und beantworten und Codes für die Schlösser zu Ariels Füßen im Eingeweideschlamm finden konnte. Und vergeblich zu ihr vorzudringen versuchte. „Wie soll Hubert denn reden, wenn du die ganze Zeit schreist?“, kommentierte Moderatorin Sonja Zietlow. Ariel hatte vor der Prüfung all die Dinge aufgezählt, vor denen sie Panik hat. Sie brauchte dazu sicher zwanzig Finger. Zietlow nach der Prüfung: „Voll die gute Idee, damit in den Dschungel zu gehen.“Was sonst noch geschah: Tag 2 ist meist der Auftakt für das große, vorher zurecht gelegte Seelen-Striptease der „Stars“ – auch diesmal. Für eine Folge zwei war es aber arg viel. Hardy Krüger, seit elf Jahren trocken, erzählte, wie er in die Alkoholsucht rutschte, von der schrecklichen Nacht, in der sein damals erst acht Monate alter Sohn an plötzlichem Kindstod starb (er lag daneben, konnte ihn nicht mehr retten). Ofarim berichtete danach, wie sehr er Geld braucht, Umut sprach davon, dass eine Ex-Freundin von ihm schwanger war, aber das Kind nicht wollte und abtrieb (Ariel bestätigte ihm darauf, dass das für ihn tragisch gewesen sein mag, es aber gut ist, dass die Frau die Entscheidung treffe, ob sie ein Kind wolle). Der Bauer will eine „starke Frau“ an seiner Seite und nennt als Beispiel Helene Fischer. Mirja du Mont wiederum offenbarte ihre (bekannten) Angst- und Panikattacken, die sie 2018 urplötzlich überkamen, in eine psychiatrische Klinik und eine lange Therapie zwangen. Bester Beicht-Satz: Mirja du Mont: „2018 dachte ich, mein Leben ist zu Ende – 2026 bin ich im Dschungelcamp.“Was keiner versteht: Das Experiment, am Anfang zwei Camps mit konkurrierenden Teams zu haben, an Tag zwei gleich wieder begraben – ohne Begründung. Die kleinere Gruppe zog nach der verpatzten Dschungelprüfung einfach ins Hauptcamp. Hey, RTL: Warum der Aufwand? Was sollte das? Und was hat nicht funktioniert?Was wirklich beunruhigte: Waren nicht etwa die Ausflüge von Simone Ballack, Hubert Fella oder Schauspieler Stephen Dürr ins leicht Esoterische (Handlesen, Zukunft voraussagen), sondern der direkt neben Dusche und Waschplatz herunter krachende Riesenast im kleinen Camp! Wenn da einer gestanden hätte… Oder war das der Grund für den Umzug?Worauf sich die Zuschauer gefasst machen dürfen/müssen: Es wird zum „Bitch-Fight der Reality-Stars“ kommen, nun, da die Betrogene Semira Yavuz („Playboy“-Cover, Januar 2026) mit der Betrügerin Eva Benetatou („Playboy“-Cover, Mai 2023) in einem Camp steckt. Die Begrüßung war schon einmal so, dass zumindest die Betrogene klarmachte, dass Frieden nicht auf ihrer Agenda steht.Bescheuertster Trend: Kissen mit Botschaft sind das Accessoire 2026. Viele Camper haben sich ein Kissen mit in den Busch genommen, auf dem wahlweise ein Foto der oder des Liebsten und/oder der Kinder aufgedruckt sind. Nur Samira hat sich ein etwas anderes Kissen mitgebracht. Auf ihrem Bezug steht die Nachricht aufgedruckt, die ihre Widersacherin Eva ihr geschickt hatte, nachdem diese zugegeben hatte, dass sie etwas mit Samiras damaligem Mann hatte. Und was passiert morgen: Nicht viel. Morgen Abend finden die beiden Halbfinals zum Superbowl in der NFL statt, die RTL überträgt. Und für Football muss selbst IBES (vertraglich) weichen. Nur 40 Minuten dauert der Quickie daher, bis 20.55 Uhr. Der Superbowl selbst findet in zwei Wochen direkt nach dem IBES-Finale statt. Den Showdown der beiden Reality-Fighterinnen bewahrt sich RTL sich vermutlich für Montag auf.Wer muss in die Prüfung? Wer an Tag 1 noch wie ich dachte, dieser Jahrgang ist härter, resilienter als die vergangenen, das werden nicht wieder solche Hungerspiele – zehn von zwölf Kandidaten schluckten den Ekel-Begrüßungsgang runter – der hat die Rechnung ohne Ariel gemacht. Natürlich, Brot und Spiel, muss sie wieder ran. Nicht einmal der Unsympath Gil konnte das verhindern. Bester Spruch: „Ariel geht porentief rein!“ (Jan Köppen)Sonntag gibt es eine Kurzversion um 20.15 Uhr auf RTL und RTL+
„Ich bin ein Star...“, Tag 2: Verhörspezialistin Ariel, die kleine Kreischjungfrau, beißt sich an Gil Ofarim fest - WELT
Fluch und Segen, beides kommt im Dschungelcamp aktuell aus der Schweiz. Denn Tag 2 gehörte dem Reality-Küken Ariel. Als Verhörspezialistin entnervte sie erst Gil Ofarim, bis dieser einen schweren Fehler machte. Und dann geriet auch ihre Dschungelprüfung zur Folter – für andere.















