PfadnavigationHomePolitikDeutschlandAnschlag in MünchenZeigefingergeste und Schweigen – der Auftritt des Attentäters Farhad N.Veröffentlicht am 16.01.2026Lesedauer: 3 MinutenVor dem Landgericht München beginnt der Prozess gegen Farhad N., der 2025 mit seinem Auto in eine Verdi-Demonstration raste und zwei Menschen tötete. Er wird wegen zweifachen Mordes und 44-fachen versuchten Mordes angeklagt.In München beginnt der Prozess um den tödlichen Auto-Anschlag von München. Der afghanische Angeklagte schweigt. Die Ausführungen der Bundesanwaltschaft vor Gericht sind kaum zu ertragen.Mehrfach hebt der 25-Jährige die Hand und reckt den Zeigefinger nach oben. Eine klare Geste an die zahlreichen Fotografen und Kameraleute, die Bilder von ihm machen wollen. Eine verbreitete Geste unter Muslimen weltweit, die den Glauben an den einen und einzigartigen Gott symbolisieren soll. Sie gilt zuweilen auch als Erkennungszeichen unter Islamisten. Sein Gesicht zeigt Farhad N. dabei nicht. Das versteckt der Afghane hinter einer roten Mappe.Unter großen Medienaufgebot und verschärften Sicherheitsvorkehrungen hat vor dem Oberlandesgericht München der Prozess um den tödlichen Auto-Anschlag auf eine Demonstration der Gewerkschaft Verdi vor knapp einem Jahr begonnen.Angeklagt ist der Mann, der damals den weißen Kleinwagen in die Demonstration mit rund 1400 Teilnehmern steuerte. Die erst zwei Jahre alte Hafsa im Kinderwagen und ihre Mutter Amel waren die ersten, die das Auto erfasste. Die beiden wurden meterweit durch die Luft geschleudert und erlitten so schwere Verletzungen, dass sie einige Tage danach starben.Die Ausführungen dazu, die der Vertreter der Bundesanwaltschaft in seiner Anklage vorliest, sind kaum zu ertragen. Im Gerichtssaal kämpfen Zuschauer mit den Tränen.Lesen Sie auchNachdem N. mit dem Wagen Mutter und Kind erfasst hatte, soll er noch 23 Meter weitergefahren sein. Nicht er selbst brachte das Fahrzeug nach Angaben der Ermittler zum Stehen – N. konnte wegen der Opfer unter seinem Auto nicht weiterfahren.Mehr als 40 weitere Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich, viele von ihnen haben sich dem Prozess als Nebenkläger angeschlossen und verfolgen den Verhandlungsauftakt im Saal.Vorwurf: Zweifacher Mord und 44-facher MordversuchDie Bundesanwaltschaft wirft N. zweifachen Mord und 44-fachen Mordversuch vor. Sie geht von islamistischem Terrorismus als Motiv aus. Nach Ermittlerangaben hatte der Mann, der 2016 nach Deutschland gekommen war, „Allahu Akbar“ gerufen und nach seiner Tat gebetet. In seiner Vernehmung habe er gestanden, bewusst in die Teilnehmer des Demonstrationszugs gefahren zu sein.„Spätestens ab Herbst 2024 entwickelte er unter dem Einfluss