PfadnavigationHomePolitikDeutschlandCSU will Länder zusammenlegen„Wenn man die Logik ernst nimmt, wäre Bayern bis 1987 nicht existent gewesen“, spottet RehlingerVeröffentlicht am 14.01.2026Lesedauer: 3 MinutenDer CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, erteilt der Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten nach einer Zusammenlegung von Bundesländern eine Absage.Bayerns Ministerpräsident Söder sagt, es brauche „weniger Bundesländer“, doch mehrere Länderchefs erteilen dem Vorschlag eine Absage. Anke Rehlinger, Ministerpräsident des Saarlands, spottet: „Wenn man die Logik Söders ernst nimmt, wäre Bayern bis 1987 nicht existent gewesen.“Mehrere Ministerpräsidenten lehnen den Vorschlag von CSU-Chef Markus Söder zur Zusammenlegung von Bundesländern ab. „Von einer neuen Diskussion zur Länderfusion halte ich nichts“, sagte der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Sven Schulze. „Es wird bei uns kein Bundesland Mitteldeutschland geben“, erklärte er gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schulze soll am 28. Januar zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt werden. Er betonte, nach seiner Amtseinführung werde er sehr schnell mit den Ministerpräsidenten von Sachsen und Thüringen über gemeinsame Verwaltungsstrukturen sprechen. Der CDU-Politiker betonte: „Vieles entlastet, ohne dass es gleich eine Länderfusion geben muss.“Auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte wies den Vorschlag aus Bayern zurück. Wenn Söder von Bundesländern spreche, die nicht mehr leistungsfähig seien, könne er nicht Bremen gemeint haben, zitierte der „Weser-Kurier“ den SPD-Politiker. „Wir sind Space City Nr. 1 in Deutschland, liegen beim Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner im Ländervergleich auf Platz zwei hinter Hamburg und verschiffen über unsere prosperierenden Häfen auch Produkte aus München und Nürnberg in alle Welt“, sagte Bovenschulte.„Größere Einheiten lösen strukturelle Probleme nicht“Auch der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder, erteilte der Forderung nach Länderfusionen eine Absage. „Größere Einheiten, wie der bayerische Ministerpräsident sie fordert, lösen strukturelle Probleme nicht“, erklärte Schnieder am Dienstagabend in Mainz. Das Saarland und Rheinland-Pfalz verbinde „eine enge Freundschaft auf Augenhöhe – und das soll auch in Zukunft genau so bleiben“. Lesen Sie auchDie saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger wies die Forderung mit einer Mischung aus Ironie und Spott zurück: „Wenn man die Logik des MP-Kollegen Söder ernst nimmt, wäre Bayern bis 1987 nicht existent gewesen. 37 Jahre lang war der Freistaat Nehmerland, während die Kohle-, Energie- und Industrieregion Saarland die Wirtschaft der gesamten Bundesrepublik gestützt hat“, so die SPD-Politikerin. Saarländer seien zu Recht stolz auf ihr Bundesland, „dieser Saarland-Stolz ist Söder-resistent“.Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte das Zusammenlegen von Bundesländern ins Spiel gebracht. Es könne nicht sein, dass einige Länder kaum noch lebensfähig seien und von Bayern und anderen bezahlt werden müssten, sagte der CSU-Chef auf der Winterklausur der CSU-Landtagsfraktion im oberfränkischen Kloster Banz. „Größere Einheiten sind erfolgreicher als kleine“, argumentierte Söder, deshalb müsse man „die Bundesländerstruktur mit größeren Einheiten versehen“. Es brauche „weniger Bundesländer, ganz einfach.“ Er räumte allerdings auch ein, dies sei „nichts, was über Nacht geht“. Söder sagte auf Nachfrage auch nicht, welche Bundesländer er zusammenlegen würde. Über Länderfusionen wird immer wieder diskutiert. Zuletzt scheiterte 1996 der Plan eines Zusammenschlusses von Berlin und Brandenburg bei einer Volksabstimmung. Söder stört unter anderem, dass sein Bundesland Milliarden in den Länderfinanzausgleich zahlen muss. Unter den 16 Bundesländern waren zuletzt nur Bayern, Baden‑Württemberg, Hessen und Hamburg sogenannte Geberländer. dpa/jac/jho