PfadnavigationHomeSportFußballArtikeltyp:MeinungKarrierenDie verdächtige Sonderstellung der deutschen TrainerVeröffentlicht am 09.01.2026Lesedauer: 2 MinutenFrank Schmidt, Trainer des 1. FC HeidenheimQuelle: Marcus Brandt/dpaDer Traum von einer großen Karriere im Profifußball ist oft schnell vorbei. Gerade Trainer kommen schneller aus der Mode als die letzte H&M-Kollektion. Dies belegt eine weltweite Studie, in der Deutschland eine besondere Position einnimmt.Der Profifußball gilt gemeinhin als Traumjob, zumindest finanziell. Ob Spieler, Manager oder Trainer – wer in der ersten Liga ankommt, häuft schnellen Reichtum an. Das ist auch nötig. Die Zeit, in der das große Geld hereinkommt, ist mitunter begrenzt. Profis werden zu alt oder verletzen sich, und Trainer kommen mitunter schneller aus der Mode als die letzte H&M-Kollektion. In Schottland erreichte ein Coach gerade noch den bisherigen Höhepunkt einer langen Karriere, ehe diese umgehend zerschellte. Wilfried Nancy war selbst kein großer Fußballspieler, hatte sich über etliche Stationen schrittweise hochgearbeitet, überwiegend in Nordamerika. Am 3. Dezember heuerte er dann bei Celtic Glasgow an, begleitet vom üblichen Bliblablub seiner neuen Vorgesetzten: Wunschkandidat, Idealbesetzung, langfristige Lösung ... Lesen Sie auch33 Tage und sechs Niederlagen später war der 48-jährige Franzose dann schon wieder gefeuert. Nach solch einer Abfuhr etwas adäquates Neues zu finden, dürfte schwierig werde. Fragen Sie Alexander Nouri, einst heiße Aktie bei Werder Bremen, dann mit und nach Klinsmann bei Hertha BSC untergegangen und damit in der Branche verbrannt. Nun versucht er in seiner zweiten Karriere selbst nichts anbrennen zu lassen, wie gerade bekannt wurde, ist Nouri jetzt Franchisenehmer zweier McDonalds-Restaurants. In Serbien und Kroatien fliegt man am schnellstenEr hat also einen neuen Weg eingeschlagen, was ja bei Weitem nicht jedem gelingt, der mal im Rampenlicht stand. Zumindest mit den Gedanken daran ist Nouri nicht allein. Laut einer Studie aus dem Jahr 2025 vom „Centre International d’Etude du Sport“ (CIES), in der weltweit 65 Ligen untersucht wurden, sind 75,3 Prozent aller Trainer weniger als ein Jahr im Amt. Am kürzesten halten sie in Kroatien und Serbien durch (je 130 Tage), am längsten sogar hierzulande. Eine Amtszeit in der deutschen Bundesliga dauert im Schnitt 797 Tage. Wir fürchten aber, dass Frank Schmidt das Ganze schwer verfälscht. Der Heidenheimer Trainer ist seit über 18 Jahren im Amt. Wer jetzt denkt, dass dieser Mann gewiss kein Restaurant mehr leiten wird, liegt wahrscheinlich falsch. Einer seine Wünsche sei es, sagte Schmidt einmal, eine Tapas-Bar zu eröffnen.