PfadnavigationHomeICONISTServiceTipps für mehr SauberkeitWorauf es bei Küchenhygiene wirklich ankommtVeröffentlicht am 29.12.2025Lesedauer: 5 MinutenSauberkeit ist sichtbar – Hygiene oft nichtQuelle: Getty Images/Dougal WatersSchneidebrett, Kühlschrank, Spülschwamm: Die Küche ist Bühne des Alltags – und ein Ort, an dem Hygiene über Gesundheit entscheidet. Warum sichtbare Sauberkeit nicht genügt, wo sich Keime verstecken und welche Routinen den Unterschied machen.Kochen, braten, backen – und zwischendurch Lebensmittel waschen, abtupfen und zerkleinern: In der Küche geht es oft turbulent zu. „Umso wichtiger ist es, dass es dort hygienisch zugeht“, sagt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW). Denn sonst haben Bakterien und andere Krankheitserreger leichtes Spiel. Das Infektionsrisiko steigt – mit möglichen Folgen wie Magen-Darm-Beschwerden oder im schlimmsten Fall einer Lebensmittelvergiftung. Worauf kommt es also bei der Küchenhygiene an?1. Für jede Aufgabe ein eigenes TuchFür jeden Bereich in der Küche sollte ein separater Putz- oder Spüllappen verwendet werden. Das Schneidebrett mit demselben Tuch abzuwischen wie Tisch oder Boden, ist keine gute Idee. Auch beim Abtrocknen gilt: besser trennen. Ein Tuch für die Hände, eines für Arbeitsflächen und eines fürs Geschirr.„Die Tücher sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen und einmal pro Woche gewechselt werden – bei intensiver Nutzung auch häufiger“, rät Anna-Delia Knipper vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Das gilt ebenso für Putz- und Spüllappen. Je häufiger rohe Lebensmittel verarbeitet werden, desto öfter sollten Tücher, Schwämme und Bürsten gereinigt oder ausgetauscht werden.Die hohe Waschtemperatur sorgt dafür, dass Krankheitserreger zuverlässig abgetötet werden, so die wissenschaftliche Mitarbeiterin aus der Fachgruppe Produkthygiene und Desinfektionsstrategien. „Im Allgemeinen ist es nicht notwendig, Textilien im Kochwaschgang bei 90 Grad zu reinigen“, sagt Knipper. Eine solche Wäsche oder der Zusatz von Desinfektionsmitteln ist nur bei akut übertragbaren Krankheiten sinnvoll.Lesen Sie auch2. Schwämme und Lappen richtig trocknenEdelstahlwolle und Spülbürsten leisten gute Dienste bei stark verschmutzten Töpfen oder Pfannen. Doch nach dem Schrubben bleiben oft angebrannte Reste oder Speiserückstände an den Utensilien haften. Diese sollten gründlich entfernt werden, rät Knipper. „Spülbürsten aus Kunststoff lassen sich übrigens in der Geschirrspülmaschine reinigen“, ergänzt Glassl. Gelingt es nicht, Edelstahlwolle oder Bürsten vollständig sauber zu bekommen, ist ein Austausch ratsam.Ebenso wichtig: Nasse Putzlappen und benutzte Spülbürsten sollten nicht im Spülbecken liegen bleiben. Utensilien, die zur Reinigung von Geschirr und Küche verwendet werden, daher immer gut ausspülen, auswringen und trocknen lassen. Denn insbesondere in feuchten Tüchern und Schwämmen können sich Bakterien bei Raumtemperatur schnell vermehren, warnt Knipper. „Feuchte Tücher aufhängen und vollständig trocknen lassen – das reduziert die Vermehrung möglicher Krankheitserreger“, rät Glassl. Da Schwämme nur langsam trocknen, sind sie in der Küche weniger geeignet als Putz- oder Spüllappen. Zum Aufwischen von Flüssigkeiten und Lebensmittelresten empfiehlt sich Küchenpapier. Doch saubere Utensilien allein reichen nicht aus. Entscheidend ist auch der richtige Umgang mit Lebensmitteln – vor allem mit rohem Fleisch.3. Tiefgefrorenes Fleisch sicher auftauenTiefgefrorenes Fleisch sollte nicht bei Zimmertemperatur, sondern im Kühlschrank auftauen, rät die Verbraucherzentrale. Generell gilt: Fleisch, Geflügel und Fisch immer an der kältesten Stelle im Kühlschrank lagern – auf der untersten Glasablage oberhalb des Gemüsefachs. Am besten zugedeckt aufbewahren, damit kein Kontakt mit anderen Lebensmitteln entsteht.Das entstehende Tauwasser ist ein idealer Nährboden für Keime und sollte unbedingt aufgefangen und vorsichtig entsorgt werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich etwa Salmonellen verbreiten, die bakterielle Magen-Darm-Erkrankungen auslösen können.4. Bei der Zubereitung konsequent hygienisch bleibenRohes Fleisch sollte nicht abgespült werden, raten Verbraucherschützer. Über Spritzwasser könnten sich Keime in der Küche verteilen. Besser ist es, das Fleisch mit einer Gabel aus der Verpackung zu nehmen und direkt in die Pfanne zu geben.Für das Zerkleinern von rohem Fleisch oder Geflügel sollte grundsätzlich ein anderes Schneidebrett verwendet werden als für Obst oder Gemüse. Auf Brettern, die für rohe Lebensmittel genutzt wurden, sollten keine gegarten Speisen weiterverarbeitet werden. Nach dem Kontakt mit rohem Fleisch, Geflügel, rohem Ei, Fisch oder Gemüse empfiehlt Knipper, Arbeitsflächen und Geräte gründlich zu reinigen – idealerweise mit möglichst heißem Wasser und Spülmittel.Lesen Sie auchZudem: Vor und zwischen den Arbeitsschritten die Hände gründlich waschen. Auch sie können Krankheitserreger übertragen. Deshalb sollten auch Griffe von Schubladen, Kühlschrank und Spülmaschine regelmäßig gereinigt werden.5. Schneidebretter und Utensilien richtig reinigenWer Geschirr, Besteck und Küchenutensilien in der Spülmaschine reinigt, sollte aus hygienischen Gründen Programme mit mindestens 60 Grad wählen, rät Knipper. Damit Reinigungsmittel optimal wirken können, sollte die Maschine zudem nicht überladen werden.„Schneidebretter aus Kunststoff lassen sich in der Regel bei Temperaturen über 60 Grad in der Geschirrspülmaschine reinigen“, so Knipper. Für rohe Lebensmittel sind sie daher besser geeignet als Holzbretter. Unabhängig vom Material gilt: Schneidebretter sollten eine glatte Oberfläche haben, damit sie sich gut reinigen lassen. Bretter mit tiefen Einschnitten oder Furchen, in denen sich Bakterien festsetzen können, besser ersetzen.6. Herd und Küchengeräte regelmäßig pflegenBei neueren Herdmodellen reicht es oft aus, den Innenraum auf hohe Temperatur aufzuheizen – viele Geräte reinigen sich dabei weitgehend selbst. Je nach Art der Verschmutzung sind jedoch Spülmittel oder spezielle Herdreiniger sinnvoll, erklärt Glassl. Leichte Verschmutzungen lassen sich mit Spülwasser und einem Tuch entfernen, bei hartnäckigen Flecken und Eingebranntem helfen Spezialreiniger.Wichtig bei Glaskeramikfeldern: kein Scheuermittel verwenden, da es Kratzer verursachen kann. Stattdessen spezielle Glaskeramik-Schaber nutzen.Lesen Sie auchDamit die Spülmaschine dauerhaft einwandfrei funktioniert, braucht sie regelmäßige Pflege. „Auch Bereiche, die von den Sprühstrahlen nicht erreicht werden – etwa Gummidichtungen oder der Türrand – sollten regelmäßig mit einem Lappen und etwas Reinigungsmittel gesäubert werden“, rät Glassl.Ähnliche Aufmerksamkeit verdient auch der Kühlschrank: „Optimal ist eine Reinigung einmal im Monat mit einem Allzweckreiniger“, so Glassl. Dabei die Türdichtungen nicht vergessen. Je nach Nutzung und Verschmutzungsgrad kann auch eine häufigere Reinigung notwendig sein. Wurde etwas verschüttet, sollte man es sofort mit Küchenpapier entfernen.7. Reinigungsmittel richtig lagernUnd generell gilt: Putz- und Reinigungsmittel getrennt von Lebensmitteln aufbewahren – idealerweise außerhalb der Küche.Sabine Meuter, dpa