PfadnavigationHomePS WELTAuto-News„Die Ladeinfrastruktur ist besser als ihr Ruf“Interview mit Jeroen van Tilburg, CEO vom Ladenetzbetreiber IonityVeröffentlicht am 17.12.2025Lesedauer: 5 MinutenJeroen van Tilburg, CEO vom Ladenetzbetreiber Ionity: „Die Ladeinfrastruktur ist besser als ihr Ruf“Quelle: IonityLaden so schnell wie tanken: Ionity sieht die Branche auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Bald sollen die Schnelllader so gut sein, dass E-Fahrern kaum noch Zeit zum Kaffeeholen bleibt. SP-X/München. Das deutsche Unternehmen Ionity baut seit 2017 an einem europäischen Ladenetz, bislang vor allem an Autobahnen. Jetzt kommen auch die Städte dran, um E-Fahrer ohne heimische Wallbox besser zu erreichen. Im Interview spricht CEO Jeroen van Tilburg über die Fortschritte beim Ausbau der Ladeinfrastruktur, das Wirrwarr um Apps und Tarife – und warum mit jedem neuen E-Fahrer der Strompreis an den Ladestationen sinkt.
F: Viele Deutsche fremdeln weiter mit der E-Mobilität, auch weil die Ladeinfrastruktur so viele Lücken habe. Stimmt das denn?
A: Das Bild von der schlechten Ladeinfrastruktur stimmt so nicht mehr, zumindest nicht überall. Gerade auf Autobahnen funktioniert Schnellladen heute sehr zuverlässig. Europaweit gibt es inzwischen über eine Million öffentliche Ladepunkte, davon knapp 130.000 Ultra-Schnelllader mit mindestens 150 kW. E-Fahrer finden entlang wichtiger europäischer Verkehrskorridore alle 120 bis 150 Kilometer eine Ionity-Station. Die Daten zeigen sogar ein deutliches Ungleichgewicht: Etwa 70 Prozent der europäischen Schnellladeparks werden noch zu wenig genutzt, im Durchschnitt unter 2,5 Ladevorgängen pro Tag. Die Ladeinfrastruktur ist also in vielen Regionen besser als ihr Ruf und weiter als die heutige Zahl an E-Autos. Dennoch bestehen Unterschiede zwischen Autobahnen und Städten. Dort bauen wir aktuell gezielt aus, um E-Fahrer ohne eigene Wallbox besser zu erreichen, an Orten wie Supermärkten, Gastronomie und Pendlerstrecken. Unser Ziel ist, das schnelle Laden verlässlicher und komfortabler in den Alltag zu integrieren.






