PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungAttentat von SydneyDieser Krieg heißt IslamismusVon Elio AdlerVeröffentlicht am 17.12.2025Lesedauer: 4 MinutenEin Dachsegel des Opernhauses von Sydney ist zum Gedenken an die Getöteten vom Bondi Beach mit einer Menora beleuchtetQuelle: Jonathan Ng/News Corp Australia Pool via AP/dpaDer Islamismus ist die mit Abstand tödlichste Ideologie des 21. Jahrhunderts. Der Schutz gegen seine Akteure – ob sie mit oder ohne Waffen agieren – muss Teil einer europäischen Verteidigungsstrategie sein.Wieder wurden Jüdinnen und Juden ermordet, wieder hat ein antisemitisches Attentat Entsetzen ausgelöst – zumindest in der jüdischen Welt. Denn die Beileidsbekundungen wirken zunehmend einstudiert und gleichen von Anschlag zu Anschlag einem floskelhaften Ritual. Der Terrorangriff am Bondi Beach vom vergangenen Sonntag ist längst kein Einzelfall. Er steht in einer Reihe blutiger Angriffe, die sich weltweit gegen Jüdinnen und Juden richten. Und erneut wählten die Täter einen jüdischen Feiertag für ihre Tat: wie an Simchat Torah in Israel am 7. Oktober 2023, an Yom Kippur in Manchester am 2. Oktober 2025 und nun an Chanukka in Australien.Ja, die Beileidsbekundungen nach solchen Taten sehen die Juden – doch ihnen folgen zu selten Konsequenzen.Bundeskanzler Merz hat gesagt: Wir leben nicht mehr im Frieden. Er meinte damit die militärische und hybride Bedrohung. Doch die Realität ist der Rhetorik voraus: Gegen die freien Gesellschaften wird bereits Krieg geführt. Er ist nicht konventionell, sondern ideologisch und asymmetrisch. Frei nach dem Motto „Stell dir vor, es ist Krieg – und keiner will es wahrhaben“ verweigert sich unsere Gesellschaft dieser Realität. Dieser Krieg heißt Islamismus. Und wir müssen endlich anerkennen, was das bedeutet. Lesen Sie auchIslamismus ist keine strenge Auslegung einer Religion, und er ist ganz sicher keine legitime Haltung unter vielen. Er ist eine totalitäre Ideologie und die mit Abstand tödlichste des 21. Jahrhunderts. Islamismus – bisweilen vermischt mit arabischem Faschismus – ist die treibende Kraft hinter einer steigenden Zahl von Angriffen. Er verwandelt Weihnachtsmärkte, die Räume für friedliches Beisammensein sein sollten, in Hochsicherheitszonen. Er hinterlässt eine Blutspur, zuletzt in Bondi Beach, wo 16 Menschen seinem Judenhass zum Opfer fielen. Doch wo bleibt der Selbstschutzreflex unserer Gesellschaft? Statt adäquat auf diese massive Bedrohung zu reagieren und in den Verteidigungsmodus zu schalten, tun sich Staat und Gesellschaft selbst bei der Definition des Problems schwer. Wir müssen anerkennen, was Islamismus ist: Es ist der Terrorist, der seine heilige Pflicht in der Ermordung von „ungläubigen“ Männern, Frauen und Kindern sieht. Es ist aber auch der islamistische Politiker, der anstelle des Patronengurts eine Krawatte um den Hals gebunden hat und seine Ideologie hinter dem Schutzschild von „Antirassismus“, „Antikolonialismus“ und vermeintlichem „pro-palästinensischem“ Aktivismus versteckt. So werden Diskurse verschoben und der Hass auf das freie westliche Leben, auf Gleichstellung und Vielfalt und natürlich auf den einzigen jüdischen Staat und die einzige Demokratie im Nahen Osten normalisiert. Das öffnet Tür und Tor für brutal und hemmungslos ausgelebten Judenhass. Hand in Hand mit anderen Demokratiefeinden delegitimiert dieser unseren Rechtsstaat und unsere westliche Demokratie. Lesen Sie auchAus dieser Realität müssen endlich konkrete Konsequenzen folgen. Symbolpolitik und punktuelle Maßnahmen reichen nicht aus. Der Schutz jüdischen Lebens in der Mitte der freiheitlichen Gesellschaft ist kein Partikularinteresse, sondern ein Lackmustest für die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie.Die Einrichtung des Expertenkreises Islamismus beim Bundesinnenministerium ist ein notwendiger und überfälliger Schritt. Er kann dazu beitragen, Islamismus in all seinen Dimensionen zu erfassen und Handlungsempfehlungen jenseits politischer Reflexe zu formulieren. Entscheidend wird jedoch die Umsetzung der Erkenntnisse sein.Geheimdienst-Informationen aus dem AuslandIslamismus ist eine transnationale Ideologie mit globalen Netzwerken, Finanzierungsstrukturen und Mobilisierungskanälen. Die europäische Sicherheitsarchitektur, die noch immer in nationalen Silos denkt, wird strukturell unterliegen. Europa braucht eine eng verzahnte Zusammenarbeit von Sicherheitsbehörden, Nachrichtendiensten und Justiz – mit angemessenen Handlungsmöglichkeiten, niedrigeren Hürden beim Informationsaustausch und einer gemeinsamen strategischen Zielsetzung. Dass vereitelte Anschläge in Deutschland regelmäßig nur durch geheimdienstliche Hinweise aus dem nicht-europäischen Ausland verhindert werden, ist kein Erfolg, sondern ein schriller Alarmruf. Der Schutz gegen Islamismus muss Teil der europäischen Verteidigungsstrategie sein.Gleichzeitig muss der Rechtsstaat den Mut aufbringen, ideologische Brandstifter klar zu benennen und ihnen institutionell den Raum zu entziehen. Politischer Islamismus darf nicht als legitimer Akteur im zivilgesellschaftlichen Spektrum behandelt werden. Wer antisemitische Narrative verbreitet, den jüdischen Staat delegitimiert oder demokratische Grundwerte untergräbt, stellt sich außerhalb des gesellschaftlichen Konsenses.Unsere liberalen Demokratien dürfen sich nicht an Terror, Judenhass und permanente Bedrohung gewöhnen. Der Schutz jüdischen Lebens, die Verteidigung von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit und die klare Zurückweisung islamistischer Ideologie gehören untrennbar zusammen. Beileidsbekundungen mögen tröstlich sein – Sicherheit schaffen sie nicht. Es braucht entschlossenes Handeln und den Willen, die offene Gesellschaft gegen alle ihre Feinde zu verteidigen.Elio Adler ist Gründer und Vorsitzender des jüdischen Vereins WerteInitiative e.V.
Attentat von Sydney: Dieser Krieg heißt Islamismus - WELT
Der Islamismus ist die mit Abstand tödlichste Ideologie des 21. Jahrhunderts. Der Schutz gegen seine Akteure – ob sie mit oder ohne Waffen agieren – muss Teil einer europäischen Verteidigungsstrategie sein.













