PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungAttentat am Bondi BeachDas Menetekel von SydneyVeröffentlicht am 17.12.2025Lesedauer: 2 MinutenWELT-Autor Rainer HaubrichQuelle: Claudius Pflug/WELTDer tödliche Angriff auf eine Chanukka-Feier am Bondi Beach bestätigt alle Warnungen vor zunehmendem Judenhass. Australiens Geheimdienstchef hat Antisemitismus zur größten Bedrohung für das Leben im Lande erklärt.Kein halbes Jahr ist es her, dass Australiens Sonderbeauftragte für den Kampf gegen Antisemitismus einen Katalog von Maßnahmen vorlegte, mit denen die australische Regierung auf die zunehmenden Angriffe gegen Juden im Lande reagieren solle. Jillian Segal schlug in ihrem Bericht unter anderem vor, Visa-Antragsteller und Nicht-Staatsbürger genauer auf extremistische Ansichten zu überprüfen. Die Finanzierung von Universitäten solle gekürzt werden können, wenn diese jüdische Studenten nicht ausreichend schützen. Auch Kultureinrichtungen und Festivals sollten bei antisemitischen Vorfällen entsprechend sanktioniert werden können.Wie berechtigt und dringlich alle diese Forderungen sind, hat der tödliche Angriff auf eine Chanukka-Feier am beliebten Bondi Beach in Sydney auf furchtbare Weise bestätigt.Lesen Sie auchEs zeugt von einer grotesken Täter-Opfer-Umkehr, dass sich Juden in aller Welt seit dem Massaker vom 7. Oktober 2023 eines steigenden Antisemitismus erwehren müssen – auch die rund 120.000 Juden in Australien, von denen viele im Großraum Sydney leben. Schon zwei Tage nach dem Anschlag auf das Supernova-Festival mit 1200 Toten skandierten vor dem berühmten Opernhaus in Sydney pro-palästinensische Gruppen antijüdische Parolen. Es gab Morddrohungen gegen prominente australische Juden, Attacken auf Synagogen und Vandalismus gegen jüdische Geschäfte.Zwischen Oktober 2023 und September 2024 nahmen solche Vorfälle um mehr als 300 Prozent zu. Australiens Geheimdienstchef hat Antisemitismus zur größten Bedrohung für das Leben im Lande erklärt.Das Attentat von Sydney zeigt erneut, dass der Kampf gegen Antisemitismus keine allein jüdische Aufgabe ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die alle Bürger betrifft – weil es um universelle Werte wie Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit geht. Eine Gesellschaft, in der Juden nicht sicher sind, wird auf Dauer keine freie Gesellschaft sein.
Attentat am Bondi Beach: Das Menetekel von Sydney - WELT
Der tödliche Angriff auf eine Chanukka-Feier am Bondi Beach bestätigt alle Warnungen vor zunehmendem Judenhass. Australiens Geheimdienstchef hat Antisemitismus zur größten Bedrohung für das Leben im Lande erklärt.













