PfadnavigationHomePolitikAuslandGesetzentwurfKopftuchverbot an Schulen soll 2026 in Österreich startenVeröffentlicht am 20.11.2025Österreichs Integrationsministerin stellt das geplante Kopftuchverbot für unter 14-Jährige an Schulen vor. Das Kopftuch sei ein Symbol der Unterdrückung, das die Sichtbarkeit und Freiheit von Mädchen einschränke, so die ÖVP-Politikerin.In Österreich tragen derzeit 12.000 junge Mädchen Kopftuch. Ab kommenden Schuljahr will die Regierung dies gesetzlich verbieten. Sie sieht diese Verhüllung als Akt der Unterdrückung.Die Einführung eines Kopftuchverbots für Mädchen unter 14 Jahren an Österreichs Schulen rückt näher. Ein umfassend überarbeiteter Gesetzentwurf werde demnächst vom Parlament behandelt, die Maßnahme solle zum Schuljahr 2026/2027 in Kraft treten, sagte Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP). Das Tragen einer solchen Verhüllung sei kein religiöses Ritual, sondern Unterdrückung, die Spuren hinterlasse. „Mädchen entwickeln Schamgefühle, sie bekommen ein verzerrtes Körperbild, ein instabiles Selbstwertgefühl“, sagte die konservative Ministerin.Lesen Sie auchEin sehr ähnlicher Vorstoß der ÖVP-FPÖ-Regierung 2019 war vom Verfassungsgerichtshof gekippt worden. Dieses Mal werde das Gesetz halten, zeigten sich Regierungsmitglieder zuversichtlich. Die Zahl der betroffenen Mädchen muslimischen Glaubens sei von damals 3000 auf nun 12.000 gestiegen. Geldstrafen bei Nicht-Beachtung möglichBei Verstößen gegen das Verbot soll es zunächst Gespräche mit den Eltern geben. Als äußerste Maßnahme drohen Geldstrafen zwischen 150 und 800 Euro.Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich kritisierte die Regierungspläne. Es gehe den Parteien nicht um das Kindeswohl, sondern um politisches Kleingeld, hieß es bereits in einer früheren Stellungnahme zu den Plänen. „Das Ziel ist von der islamfeindlichen Stimmung zu profitieren.“dpa/coh