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u den Lieblingsprojekten der österreichischen Konservativen gehört das Kopftuchverbot. Vergangene Woche war es wieder so weit. Da legte Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP) einen Gesetzesentwurf vor, demzufolge es Mädchen unter 14 untersagt werden soll, an Schulen ein Kopftuch zu tragen. Mädchen in diesem Alter durchliefen eine wichtige körperliche Entwicklungsphase, in der ihre Sichtbarkeit und Freiheit nicht eingeschränkt werden dürfe. Genau das passiere aber durch das „Kinderkopftuch“, das für Plakolm „ganz klar ein Zeichen von Unterdrückung“ darstelle. Wenn es nach der österreichischen Regierung geht, soll das Kopftuchverbot so durchgesetzt werden: Erst werden betroffene Mädchen und deren Eltern von der Schule angesprochen, in der zweiten Stufe wird die Schulbehörde eingeschaltet. Als letzte Maßnahme ist eine Geldbuße von bis zu 1000 Euro für nicht kooperative Familien vorgesehen.

Ich bin grundsätzlich sehr für alle Maßnahmen, die der Gleichberechtigung junger Mädchen dienen. Ich finde es auch richtig, sich über das Vorhandensein von religiösen Symbolen in staatlichen Institutionen wie Schulen oder Gerichten Gedanken zu machen. Aber Familien zu kriminalisieren, in denen junge Mädchen Kopftuch tragen, ist in jeder Hinsicht fragwürdig.