PfadnavigationHomeRegionalesHamburgEntführungsprozessEx-Mossad-Agent soll Christina Block belastenVeröffentlicht am 18.11.2025Lesedauer: 2 MinutenChristina Block (r.), mit ihrem Anwalt Ingo BottQuelle: Marcus Brandt/Pool dpa/dpaÜberraschende Wende im Prozess um die entführten Block-Kinder. Christina Block soll laut „Bild“ von dem mutmaßlichen Chef des Entführungs-Kommandos von den Plänen gewusst haben. Er behauptet, sie habe die Entführung beauftragt.Der Prozess um den Entführungsfall um die Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block (52) bekommt eine neue Brisanz: David Barkay (68), mutmaßlicher Kopf des israelischen Entführungs-Kommandos, soll in seiner Vernehmung in Hamburg die bekannte Unternehmerin schwer belastet haben.Nach Informationen, die die „Bild“-Zeitung nach eigenen Angaben aus Ermittlerkreisen bekommen hat, erklärte Barkay gegenüber der Staatsanwaltschaft, Christina Block habe von den Plänen gewusst. Damit steht erstmals ein direkter Vorwurf im Raum, der die Verteidigungsstrategie der Unternehmerin ins Wanken bringen könnte. Block bestreitet weiterhin jede Kenntnis.Lesen Sie auchDie Staatsanwaltschaft Hamburg bestätigte, dass Barkay nach einer „verantwortlichen Vernehmung“ nicht mehr zur Fahndung ausgeschrieben ist. Oberstaatsanwältin Mia Sperling-Karstens: „Die Fahndung nach ihm wurde aufgehoben.“ Vorausgegangen war ein Antrag auf sicheres Geleit nach Paragraf 295 der Strafprozessordnung, den das Ermittlungsgericht genehmigte. Sollte Barkay versuchen, sich dem Verfahren zu entziehen, werde die Fahndung sofort reaktiviert.Die Vorwürfe im DetailBarkay, einst Mossad-Agent und Gründer der Sicherheitsfirma Cyber Cupula, soll die Entführung der Block-Kinder Klara und Theodor in der Silvesternacht 2023/24 aus Dänemark organisiert haben – angeblich im Auftrag von Block. Bei seiner Aussage soll er nicht nur die Auftraggeberin benannt, sondern auch Details zur Planung geliefert haben: Treffen im Grand Elysée, dem Hotel der Block-Familie, verschlüsselte Kommunikation, falsche Identitäten für die Unterbringung wie „Johnny Ford“ und „Doris White“.Barkays Team soll nicht nur die Kinder zurückgebracht, sondern auch gezielt falsche Pädophilie-Vorwürfe gegen Hensel gestreut haben, um ihn zu diskreditieren. Die Ermittler prüfen, ob Block diese Kampagne kannte oder billigte. Ob und wann Barkay, gegen den gesondert weiterermittelt wird, als Zeuge in dem Verfahren gegen Christina Block auftreten wird, ist noch nicht bekannt. Eine Gerichtssprecherin teilte dazu am Dienstag mit, dass „mit Rücksicht auf die Sicherheitslage des israelischen Zeugen D.B.“ nicht gesagt werden könne, „ob und gegebenenfalls wann er geladen wird.“ Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt, dann soll die Partnerin des Nebenklägers Stephan Hensel – Vater der Block-Kinder – als Zeugin erscheinen.jlau