PfadnavigationHomePolitikDeutschlandVorwürfe gegen Geraldine RauchTU-Altpräsident gibt Ehrenmitgliedschaft zurück – „Kann mich nicht länger mit der TU identifizieren“Veröffentlicht am 14.11.2025Lesedauer: 3 MinutenKurt Kutzler gibt seine Ehrenmitgliedschaft zurückQuelle: Martin U. K. Lengemann/WELTMit scharfen Worten hat Altpräsident Kurt Kutzler seine Ehrenmitgliedschaft an der TU Berlin zurückgegeben. Er kritisiert Präsidentin Geraldine Rauch, aber auch weitere Bewerberinnen für das Spitzenamt. Gremien der Universität verurteilen seine Formulierungen als sexistisch und unverhältnismäßig.Der frühere Präsident der Technischen Universität Berlin, Kurt Kutzler, hat mit deutlichen Worten seine Ehrenmitgliedschaft an der Hochschule niedergelegt und damit für erhebliche Kritik gesorgt. In einer E-Mail an die amtierende TU-Präsidentin Geraldine Rauch erklärte der 79-Jährige, er könne sich „nicht länger mit der TU identifizieren“. Die Nachricht liegt dem „Tagesspiegel“ vor.Kutzler, der die Universität von 2002 bis 2010 leitete, wirft Rauch vor, für den „gegenwärtigen wissenschaftlichen Zustand der TU Berlin“ mitverantwortlich zu sein. Zudem kritisiert er „zahlreiche politische Äußerungen antiisraelischer und propalästinensischer Art“, die er Rauch zuschreibt. Diese würden es ihm nicht länger gestatten, sich als Mitglied der Universität zu sehen, an der er 1973 Professor geworden sei.Lesen Sie auchDeutlich äußert sich Kutzler zudem über die Kandidatinnen für die anstehenden TU-Präsidentschaftswahlen. Das „unerträgliche Selbstbewusstsein der jungen Bewerberinnen“, die „keinerlei Erfahrung in der komplexen Führung einer Einrichtung wie der TU besitzen“, lasse „das Schlimmste für die künftige Entwicklung der Hochschule befürchten“, schreibt er. Gemeint sind die Vizepräsidentin Fatma Deniz und Professorin Steffi Knorn. Auch Rauch tritt erneut an. Der erste Wahlgang ist für den 26. November angesetzt.Kutzler bittet in der E-Mail darum, den Akademischen Senat über seinen Entschluss zu informieren. Zudem fordert er, das Video seiner Ehrung von 2014 zu löschen. „Sie können es ja durch einige Musikstücke ersetzen, die von Ihnen komponiert wurden“, schreibt er in Anspielung auf Rauchs Auftritte bei TU-Veranstaltungen.Die Reaktionen innerhalb der Universität fielen deutlich aus. TU-Professor Sören Salomo, Mitglied im Akademischen Senat, bezeichnete Kutzlers Aussagen über die Bewerberinnen gegenüber dem „Tagesspiegel“ als „unerträglich“. Selbstbewusst auftretende Frauen würden „bedauerlicherweise klassisch frauenfeindlich“ abgewertet. Der Akademische Senat selbst bedauerte Kutzlers Schritt, distanzierte sich aber ebenfalls klar von den Formulierungen. Diese stellten einen „unverhältnismäßigen und sexistischen Angriff auf die Präsidentschaftskandidatinnen“ dar. Der Senat sei ihnen „gerade in Zeiten, in denen Frauenfeindlichkeit wieder salonfähig zu werden scheint“, dankbar für ihre Kandidatur.Auch das Kuratorium der TU distanzierte sich am Freitag von den Äußerungen Kutzlers. Bereits zuvor hatte der Altpräsident Rauch aufgefordert, von ihrer erneuten Kandidatur zurückzutreten, berichtet der „Tagesspiegel“. Unter ihrer Leitung habe die Universität „national und international schweren Schaden erlitten“, hieß es demnach in einer früheren Erklärung Kutzlers.Vorbelastete Debatte um RauchRauch selbst steht unter verschärfter Beobachtung. Im vergangenen Monat hatte sie die Studentenvertretung wegen einer geplanten Veranstaltung eines kurdisch-jüdischen Frauenvereins über Islamismus kritisiert. In einer Mail an den AStA, die WELT vorliegt, beklagte sie „islamfeindliche Tendenzen“ in einer Broschüre des Veranstalters und warnte vor einer „Gefahr, dass antimuslimische Ressentiments propagiert werden“. Im vergangenen Jahr war Rauch wegen „Gefällt mir“-Markierungen unter antisemitischen Online-Beiträgen in die Kritik geraten. Sie erklärte später, sie habe den Post nur aufgrund des Textes geliked, das Foto darunter aber nicht genau betrachtet. Dieses zeigte Demonstranten, die ein Bild von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu mit aufgemaltem Hakenkreuz hochhielten. Sie räumte den Fehler ein, personelle Konsequenzen blieben schlussendlich aus.ceb
Vorwürfe gegen Geraldine Rauch: TU-Altpräsident gibt Ehrenmitgliedschaft zurück – „Kann mich nicht länger mit der TU identifizieren“ - WELT
Mit scharfen Worten hat Altpräsident Kurt Kutzler seine Ehrenmitgliedschaft an der TU Berlin zurückgegeben. Er kritisiert Präsidentin Geraldine Rauch, aber auch weitere Bewerberinnen für das Spitzenamt. Gremien der Universität verurteilen seine Formulierungen als sexistisch und unverhältnismäßig.







