PfadnavigationHomePolitikAuslandEpstein-AffäreTrump veranlasst Ermittlungen gegen Bill Clinton – und wendet sich von Parteikollegin Greene abVeröffentlicht am 14.11.2025Lesedauer: 4 MinutenUS-Präsident Donald Trump gerät in der Epstein-Affäre wegen seiner Blockade der Aktenfreigabe unter Druck. Als Reaktion lenkt Trump den Fokus auf seinen Vorgänger, Ex-Präsident Bill Clinton.Neue E-Mails zu Jeffrey Epstein setzen Trump unter Zugzwang. Der Präsident weist Vorwürfe zurück und fordert Ermittlungen gegen prominente Demokraten. Das Justizministerium kommt dem Wunsch nach. Doch auch in seiner eigenen Partei wächst der Widerstand gegen seinen Kurs. Das hat Folgen.Der durch neue Enthüllungen in der Epstein-Affäre unter Druck geratene US-Präsident Donald Trump lenkt den Fokus auf die Demokraten und fordert Ermittlungen gegen prominente Mitglieder der Partei. Trump rief das Justizministerium am Freitag dazu auf, die mutmaßlichen Verbindungen des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zum früheren Präsidenten Bill Clinton, zum ehemaligen Finanzminister Larry Summers und zum LinkedIn-Gründer Reid Hoffman, einen namhaften Spender der Demokraten, zu untersuchen. „Epstein war ein Demokrat, und er ist das Problem der Demokraten, nicht das der Republikaner!“, schrieb der Republikaner Trump auf einer Social-Media-Plattform. Das Justizministerium teilte am Freitag mit, es werde dem Wunsch nachkommen. Justizministerin Pam Bondi erklärte, Jay Clayton, der leitende Staatsanwalt in Manhattan, werde die Untersuchung leiten. Rechtswissenschaftler kritisierten die Anweisung als „ungeheuerlich unangebracht“. Sie warnten, dass die Forderungen Trumps die aus den Ermittlungen resultierenden Strafverfahren untergraben könnten, da Richter Fälle abweisen können, die aus Rachsucht motiviert sind.Die Entscheidung des Justizministeriums steht auch im Widerspruch zu einem Vermerk vom Juli, in dem das Ministerium und das FBI erklärt hatten, es gebe keine „Beweise, die eine Untersuchung gegen nicht angeklagte Dritte rechtfertigen könnten“. Bislang sind keine glaubwürdigen Belege aufgetaucht, dass Clinton, Summers oder Hoffman an Epsteins Machenschaften beteiligt waren. Alle haben früheres Fehlverhalten bestritten und ihre Kontakte zu ihm bedauert. Epstein selbst hatte geschrieben, Ex-Präsident Clinton sei „niemals“ auf seiner Insel gewesen. Das geht aus Mails des Sexualstraftäters hervor. In einer Epstein-Mail vom Januar 2015 heißt es etwa, die Clinton-Geschichte sei „total erfunden, er war niemals dort“. Clintons Sprecher Angel Urena erklärte, die Mails würden beweisen, „dass Bill Clinton nichts getan hat und nichts wusste“.Lesen Sie auchZuvor hatte der republikanische Präsident den oppositionellen Demokraten vorgeworfen, sie täten angesichts „ihrer schwindenden Macht alles, den Epstein-Schwindel schon wieder voranzutreiben“. Republikanische Parlamentarier, die die Bemühungen der Demokraten um eine Veröffentlichung der Epstein-Akten unterstützen, schmähte Trump als „weich und dumm“.Trumps Vorstoß zu den Ermittlungen gegen prominente Demokraten erfolgte, nachdem die Demokraten im Repräsentantenhaus am Mittwoch E-Mails veröffentlicht hatten, die neue Fragen zu seiner Beziehung zu Epstein aufwerfen. Einflussreiche konservative Stimmen verteidigten Trump und bezeichneten die Enthüllungen als eine von den Demokraten inszenierte Falschmeldung. Trump selbst sagte einen Pressetermin ab und wich Fragen von Journalisten zu dem Thema aus.„Präsident Trump hat nichts Falsches getan“In einer der Nachrichten hatte Epstein geschrieben, Trump habe von den minderjährigen Mädchen gewusst. Das Weiße Haus wies dies zurück. „Diese E-Mails beweisen absolut nichts, außer der Tatsache, dass Präsident Trump nichts Falsches getan hat“, sagte Sprecherin Karoline Leavitt. Die Republikaner veröffentlichten ihrerseits 20.000 Dokumente und warfen den Demokraten vor, zur Verbreitung eines falschen Narrativs nur einzelne Nachrichten herausgepickt zu haben. Epstein hatte über Jahre minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und an andere Männer vermittelt. Er nahm sich 2019 im Gefängnis das Leben.Die Affäre sorgt auch für Spannungen innerhalb der Republikanischen Partei. Das Repräsentantenhaus soll in der kommenden Woche darüber abstimmen, ob das Justizministerium alle seine nicht als geheim eingestuften Akten zu Epstein veröffentlichen muss. Die entsprechende Vorlage müsste anschließend auch den Senat passieren und von Trump unterzeichnet werden. Lesen Sie auchDer republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, versuchte, eine namentliche Abstimmung zu umgehen, wurde dabei aber von den Demokraten blockiert. Die Initiative geht jedoch auf den republikanischen Abgeordneten Thomas Massie zurück und wird von mehreren Parteikollegen unterstützt. „Ich glaube, die meisten meiner Kollegen befolgen ihre Marschbefehle, und die kommen von ganz oben“, sagte die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, die für die Aktenfreigabe eintritt. Am späten Freitagabend (Ortszeit) wurde bekannt, dass Trump seiner langjährigen Unterstützerin Greene seine Unterstützung entzieht. Der US-Präsident begründete den Schritt mit wiederholter Kritik Greenes an seiner Politik. Greene selbst führt den Schritt jedoch auf ihre Bemühungen zurück, die Regierung zur Freigabe von Akten im Fall Epstein zu zwingen. Trump versuche, andere Republikaner vor einer entscheidenden Abstimmung über die Aktenfreigabe in der kommenden Woche einzuschüchtern, schrieb Greene auf der Plattform X. Es sei „wirklich erstaunlich, wie hart er kämpft, um die Veröffentlichung der Epstein-Akten zu verhindern“.Trump schreibt derweil, alles, was er von Greene sehe, sei „meckern, meckern, meckern“. Er kündigte an, bei den Zwischenwahlen im nächsten Jahr einen ihrer Gegenkandidaten zu unterstützen.Reuters/AFP/ceb/dp
„Epstein war ein Demokrat“ – Trump verlangt Ermittlungen gegen Bill Clinton und Larry Summers - WELT
Neue E-Mails zu Jeffrey Epstein setzen Trump unter Zugzwang. Der Präsident weist Vorwürfe zurück und fordert Ermittlungen gegen prominente Demokraten. Das Justizministerium kommt dem Wunsch nach. Doch auch in seiner eigenen Partei wächst der Widerstand gegen seinen Kurs. Das hat Folgen.












