PfadnavigationHomeRegionalesHamburgIT-Chef im Block-Prozess„Das war der große Tusch“Veröffentlicht am 17.11.2025Lesedauer: 2 MinutenUnterwegs im Gericht: Christina Block und ihr Lebenspartner Gerhard DellingQuelle: Marcus Brandt/dpaDie Block-Kinder wurden an Silvester 2023/24 mutmaßlich von einer israelischen Sicherheitsfirma entführt. Angeblich sollte die Firma eigentlich einen IT-Auftrag erledigen – doch gab es den wirklich?Der IT-Chef der Block-Unternehmensgruppe hat vor dem Hamburger Landgericht über Kontakte zu der israelischen Sicherheitsfirma berichtet, die für die Entführung der Block-Kinder verantwortlich sein soll. Bei einem Gespräch im Hamburger Elysée-Hotel, das zur Block-Gruppe gehört, habe der israelische Firmenchef über ein Gefahrenpotenzial gesprochen, das angeblich von dem Ex-Mann von Christina Block, Stephan Hensel, ausgehe. Welche Gefahren konkret drohten, wurde aber nicht gesagt. „Das war der große Tusch“, sagte der IT-Chef als Zeuge. Lesen Sie auchDie Unternehmerin Christina Block ist angeklagt, während eines Sorgerechtsstreits den Auftrag erteilt zu haben, zwei ihrer vier Kinder in der Silvesternacht 2023/24 aus der Obhut ihres in Dänemark lebenden Ex-Manns zu entführen. Die Tochter des Gründers der Restaurantkette „Block House“, Eugen Block, bestreitet das.Vier Treffen mit israelischer FirmaDer Zeuge sagte weiter, er selbst und ein IT-Abteilungsleiter der Block-Gruppe hätten sich insgesamt viermal mit der israelischen Firma getroffen, zuletzt Ende November 2023. Er habe davon seinem direkten Vorgesetzten und dem Unternehmenschef per Mail berichtet. Der damalige Firmenchef habe schnell reagiert und verlangt, die Kontakte sofort einzustellen, erklärte der IT-Leiter.Der damals zehnjährige Sohn und die 13 Jahre alte Tochter von Block und Hensel sollen von der israelischen Sicherheitsfirma nach Deutschland gebracht worden sein. Christina Block hat erklärt, dass die Firma nur mit der Überprüfung der IT-Sicherheit im Hotel Grand Elysée beauftragt worden sei. Die Rückholaktion hätten die Israelis auf eigene Faust gemacht.Unterdessen veröffentlichte die Pressestelle des Hamburger Landgerichts eine neue Übersicht über geplante Prozesstermine in diesem Verfahren. Angesetzt wurden nun Termine bis Ende Juni 2026 – eigentlich sollte zunächst in diesem Winter und dann im Frühjahr ein Urteil gesprochen werden. So aber wird das Verfahren wenigstens knapp ein Jahr lang dauern, sollte es keine weitere Verlängerung geben.jlau