PfadnavigationHomePanoramaMit PolizeieskorteIn 26 Metern Tiefe – Pariser Louvre lässt Juwelen in Hochsicherheitstresor verlegenVeröffentlicht am 25.10.2025Lesedauer: 3 MinutenNach dem spektakulären Einbruch hat der Pariser Louvre einen Teil seiner Juwelen in Sicherheit gebracht – in die Tresorräume der französischen Zentralbank.Der Transfer gilt als außergewöhnlich: Nach dem spektakulären Einbruch in den Pariser Louvre hat das Museum einen Teil seiner Juwelen in Sicherheit gebracht. Sie liegen nun in den stark gesicherten Tresorräumen der französischen Zentralbank, wo auch andere wertvolle Objekte aufbewahrt werden.Nach dem Jahrhundert-Einbruch im Pariser Louvre sind Medienberichten zufolge Teile der wertvollen Schmuckkollektion des Museums aus Sicherheitsgründen verlegt worden. Unter Polizeieskorte seien die Stücke in die nahe gelegenen Tresorräume der französischen Zentralbank Banque de France transportiert worden, berichtete der Radiosender RTL unter Berufung auf übereinstimmende Quellen. Auch der Fernsehsender BFMTV meldete, ihm sei die Information bestätigt worden.Bei dem Einbruch am Sonntag wurden aus der Galerie d’Apollon des Louvre acht Kronjuwelen im Wert von rund 88 Millionen Euro entwendet. Der spektakuläre Fall hatte auch eine Debatte über die Sicherheitsvorkehrungen in dem Museum ausgelöst.Welche Exponate nun von der Verlegung betroffen sind, ist bislang unklar. Es sollen jedoch sowohl in der Galerie d’Apollon ausgestellte Kronjuwelen als auch weitere Schmuckstücke verlagert worden sein. Von den Tätern und den entwendeten Juwelen fehlt weiterhin jede Spur.Die Juwelen wurden dem RTL-Bericht zufolge in einem Hochsicherheitstresor in 26 Metern Tiefe deponiert. Dort lagern auch rund 90 Prozent der französischen Goldreserven. Ein solcher Transfer gilt demnach als außergewöhnlich. In denselben Tresoren werden bereits seit einigen Jahren die Notizbücher Leonardo da Vincis aufbewahrt, deren Wert auf über 600 Millionen Euro geschätzt wird.Wo die gestohlenen Juwelen landen könntenUnterdessen nehmen die Spekulationen zu, wo die entwendeten Juwelen wieder auftauchen könnten. Einige Fachleute warnen, dass die auf einen Wert von mehr als 88 Millionen Euro geschätzten Preziosen bald eingeschmolzen oder zerteilt werden könnten – falls dies nicht sogar schon geschehen ist. Wenn das gelingt, könnten diese kleineren Teile später als Elemente von neuen Ketten, Ohrringen oder anderen Schmuckstücken unauffälliger verkauft werden.Lesen Sie auch„Man muss sie nicht einmal auf den Schwarzmarkt geben, sondern kann sie einfach in einem Juweliergeschäft anbieten“, sagt Erin Thompson, Expertin für Kunstverbrechen am John Jay College of Criminal Justice in New York. „Die Juwelen könnten bald in unmittelbarer Nähe des Louvre verkauft werden.“Dies sei ein zunehmend verbreitetes Vorgehen mit gestohlenem Schmuck und Metallwaren, erklären Thompson und andere Experten. Auf diese Weise könnten Diebe versuchen, ihre Spuren zu verwischen und die Beute zu Geld zu machen. Schließlich könne niemand die französischen Kronjuwelen in der Öffentlichkeit tragen, nachdem alle Welt in den vergangenen Tagen Fotos davon gesehen habe, sagt Christopher Marinello, Anwalt und Gründer des Unternehmens Art Recovery International. Aus demselben Grund sei es auch unglaublich schwierig, einen Markt für den Verkauf der vollständigen Schmuckstücke zu finden.Durch ein Auseinanderbrechen der Juwelen könnten die Täter den Diebstahl verschleiern, vor allem, wenn dies im Ausland geschehe, sagt Marinello. Allerdings werden solche Teile oft für einen Bruchteil des eigentlichen Werts verkauft – wegen ihrer kleinen Größe, aber auch weil ein Einschmelzen oder Zerteilen von hochkarätigen Schmuckstücken deren historischen Wert zerstört.Der Prozess ist zudem nicht einfach. „Die wahre Kunst bei einem Kunstraub ist nicht der Diebstahl, sondern der Verkauf“, erklärt der ehemalige ranghohe FBI-Ermittler Robert Wittman, der bei der US-Bundespolizei für Kunstverbrechen zuständig war. Die Räuber seien typischerweise „bessere Verbrecher oder Diebe als Geschäftsleute“.Im Unterschied zu einigen anderen Experten ist Wittman skeptisch, dass die Louvre-Täter ihre Beute erfolgreich in bare Münze umwandeln können. Diese umfasst ein Smaragd-Collier und Ohrringe, zwei Kronen, zwei Broschen, eine Saphirkette und einen einzelnen Ohrring, die im 19. Jahrhundert von Mitgliedern des französischen Hochadels getragen wurden. Unter anderem anhand ihrer Reinheit und ihres Goldanteils seien die Schmuckstücke möglicherweise auch nach einer Zerteilung immer noch identifizierbar, sagt Wittman. Der Verkauf des Diebesguts wäre daher weiter riskant.dpa/AP/dp