PfadnavigationHomePodcastsAha!Wissenschafts-PodcastD-Faktor: Wie sich das Böse in uns messen lässtVeröffentlicht am 23.10.2025Lesedauer: 3 MinutenForscher haben herausgefunden, dass viele als „böse“ geltende Charaktereigenschaften einen gemeinsamen Ursprung haben. Der sogenannte D-Faktor beschreibt die Tendenz, eigene Interessen über die von anderen zu stellen – und das auch noch für gerechtfertigt zu halten.Außerdem geht es um die Frage, was hinter der Schaufensterkrankheit steckt. Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:In der aktuellen Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ geht es um die Frage, warum Menschen wie der Finanzbetrüger Bernie Madoff bereit sind, anderen Schaden zuzufügen, um selbst Vorteile zu erlangen. Der Psychologe Benjamin Hilbig, Professor an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität in Landau, hat gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen den sogenannten D-Faktor erforscht – den gemeinsamen Kern dunkler Persönlichkeitsmerkmale.Der D-Faktor steht für die grundlegende Tendenz eines Menschen, das eigene Wohl über das anderer zu stellen und dieses Verhalten moralisch zu rechtfertigen. Narzissmus, Machiavellismus, Sadismus, Gier oder Gehässigkeit – all diese Eigenschaften teilen diesen gemeinsamen Nenner. Statistische Analysen zeigen, dass diese Charakterzüge stark miteinander korrelieren und in hohem Maß durch den D-Faktor erklärt werden können.Wie „böse“ Eigenschaften gemessen werdenUm den D-Faktor empirisch zu erfassen, werden klassische psychologische Fragebögen eingesetzt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewerten dabei Aussagen wie „Ich habe Spaß daran, wenn es anderen schlecht geht“ oder „Andere zu manipulieren ist nun mal nötig“. Wer solchen Sätzen stark zustimmt, hat meist einen hohen D-Faktor. Zustimmung zu Aussagen wie „Alle Menschen verdienen Respekt“ oder „Anderen zu helfen macht Freude“ weist dagegen auf einen niedrigen Wert hin.Diese Form der Selbsteinschätzung ist anonym, kostengünstig und wissenschaftlich gut abgesichert. Die Daten aus großen internationalen Stichproben zeigen: Die Unterschiede zwischen Menschen liegen weniger in der Art ihrer „dunklen“ Eigenschaften, sondern vielmehr in deren Intensität.Wann Persönlichkeit wirklich zählt – und wann nichtDer D-Faktor kommt insbesondere in Situationen zum Tragen, in denen Menschen die Wahl haben, sich fair oder egoistisch zu verhalten. In Extremsituationen wie Notwehr oder Lebensgefahr hingegen spielt Persönlichkeit kaum eine Rolle – dort bestimmt die Situation das Verhalten. Entscheidend ist also, ob eine Person bewusst zwischen moralischem und unmoralischem Handeln wählen kann.Neben der Anlage beeinflussen auch weitere Eigenschaften, wie Impulsivität oder Intelligenz, das Verhalten. Menschen mit hohem D-Faktor und starker Impulsivität neigen etwa zu aggressivem Handeln, während solche mit hoher Intelligenz ihr Verhalten strategisch und manipulativ einsetzen können.Hilbig und sein Team haben zudem einen anonymen Online-Test entwickelt, mit dem Interessierte ihren eigenen D-Faktor ermitteln können. Ziel sei es, das Bewusstsein für die eigene moralische Disposition zu schärfen – denn wer weiß, wo er steht, kann eher an seinem Verhalten arbeiten.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.Ab sofort gibt es noch mehr „Aha!“ bei Apple Podcasts und exklusiv hier für WELT-Abonnenten:„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.
D-Faktor: Wie sich das Böse in uns messen lässt - WELT
Forscher haben herausgefunden, dass viele als „böse“ geltende Charaktereigenschaften einen gemeinsamen Ursprung haben. Der sogenannte D-Faktor beschreibt die Tendenz, eigene Interessen über die von anderen zu stellen – und das auch noch für gerechtfertigt zu halten.






