PfadnavigationHomePanoramaBrandenburgPolizei untersucht Grundstück im Fall Rebecca – Hobby-Detektive ermitteln auf eigene FaustVeröffentlicht am 22.10.2025Lesedauer: 3 MinutenDer Fall der 2019 vermissten Rebecca Reusch animiert immer mehr Hobbyermittler und YouTuber dazu, auf eigene Faust zu ermitteln. „Wir wollten Leute erreichen, die sich aus Angst nicht bei der Polizei gemeldet hatten“, erklärt Hobbydetektiv Jörg.Im Fall der seit 2019 vermissten Rebecca ermitteln Einsatzkräfte nun auf einem weiteren Grundstück in Brandenburg nahe Herzberg. Polizei und Staatsanwaltschaft setzen auf moderne Technik. Währenddessen betreiben Hobbydetektive und YouTuber vor Ort eigene Recherchen.Mit Leichenspürhunden, einem Bagger und einer Drohne suchte die Polizei am Dienstag erneut nach der seit 2019 vermissten Rebecca Reusch – diesmal bei Herzberg in Brandenburg. Herzberg liegt ganz in der Nähe des Privatgrundstücks in Tauche, das bereits am Montag durchsucht worden war. Auf dem etwa einem halben Hektar großen Grundstück sollen die Großeltern des Hauptverdächtigen Florian R. bis 2005 gewohnt haben. Dabei handelt es sich um den heute 33 Jahre alten Schwager von Rebecca. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass er die Jugendliche im Februar 2019 getötet und ihre Leiche sowie Gegenstände von ihr zumindest vorübergehend dorthin gebracht haben könnte, hatten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mitgeteilt. Der Verdächtige soll sich dort ausgekannt haben. Lesen Sie auchWährend rund 50 Einsatzkräfte das Gelände durchsuchten, trafen auch Hobby-Detektive ein – auf der Suche nach eigenen Antworten. Einer von ihnen ist Jörg aus Berlin. Am Dienstagmittag reiste er an, um die polizeilichen Maßnahmen vor Ort zu beobachten. Sein Ziel sei es gewesen, über Plattformen wie Facebook möglichst viele Menschen zu erreichen, erklärt er. In der Hoffnung, dass sich jemand melde, der sich bislang nicht „bei den Behörden, aus Angst oder aus welchen Gründen auch immer“ gemeldet hat. Die Kritik am Vorgehen mancher Hobby-Ermittler kann Jörg nicht nachvollziehen. „Wir machen das ja zum guten Zweck“, sagt er. „Wir gehen da nicht hin, um irgendwas zu klauen, sondern wir schauen, ob da was verbracht wurde.“Auch Laura, die auf YouTube unter dem Namen „Mystery Berlin Bunny“ auftritt, ist nach Herzberg gereist, um die aktuellen Ermittlungen aus nächster Nähe zu verfolgen. Die Psychologie-Studentin begleitet den Fall Rebecca seit längerer Zeit auf ihrem Kanal – als Ermittlerin sieht sie sich jedoch nicht. „Ich betreibe investigative Recherchearbeit“, sagt sie. Zwar sei es ein Lernprozess, journalistische Grundregeln einzuhalten, doch genau deshalb mache sie YouTube: „Weil ich das professionell machen möchte.“Doch nicht alle, die sich als Unterstützer verstehen, halten sich an Grenzen. Im März 2024 reisten mehrere Hobby-Detektive auf eigene Faust zu einer Laube am Wolziger Waldweg – in der Hoffnung, dort neue Spuren zu finden. Die Polizei sprach fünf Platzverweise aus. „Dann hat man mal ein bisschen recherchiert – aus Langeweile, würde ich das nennen, oder aus Neugier“, sagt ein Mann WELT TV, der laut eigener Aussage zu besagter Gruppe gehörte und anonym bleiben möchte. Lesen Sie auchDie Justiz sieht darin ein wachsendes Problem. „Unsere Ermittlungen können durch das Vorgehen sogenannter Detektiv-Gruppen – auch unbeabsichtigt – erheblich beeinträchtigt werden“, warnt Sebastian Büchner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, bei „Bild“. Es bestehe die Gefahr, dass Zeugen beeinflusst würden, Spuren oder Beweismittel versehentlich zerstört oder sogar Tatverdächtige unbeabsichtigt gewarnt werden könnten.Die damals 15 Jahre alte Rebecca war am Morgen des 18. Februar 2019 im Berliner Stadtteil Britz im Bezirk Neukölln verschwunden, nachdem sie die Nacht nach Angaben der Familie und der Polizei im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers verbracht hatte. Seitdem wird sie vermisst. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass der 33 Jahre alte Hauptverdächtige die Jugendliche im Februar 2019 getötet und ihre Leiche sowie Gegenstände von ihr zumindest vorübergehend auf das Grundstück in Tauche gebracht haben könnte, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.
Brandenburg: Polizei untersucht Grundstück im Fall Rebecca – Hobby-Detektive ermitteln auf eigene Faust - WELT
Im Fall der seit 2019 vermissten Rebecca ermitteln Einsatzkräfte nun auf einem weiteren Grundstück in Brandenburg nahe Herzberg. Polizei und Staatsanwaltschaft setzen auf moderne Technik. Währenddessen betreiben Hobbydetektive und YouTuber vor Ort eigene Recherchen.






