PfadnavigationHomePanoramaVerschwundene 15-JährigePolizei sucht mit Leichenhunden nach Rebecca – Tanks ausgepumpt – neuer Zeugenaufruf gestartetVeröffentlicht am 21.10.2025Lesedauer: 4 MinutenIm Fall Rebecca durchsucht die Polizei ein Grundstück in Tauche, das der Großmutter des Hauptverdächtigen Florian R. gehört. Neue Hinweise führten zu der Maßnahme. „Es wird buchstäblich jeder Stein umgedreht“, sagt Michael Petzold von der Staatsanwaltschaft Berlin bei WELT TV.Im Fall Rebecca durchsuchen die Ermittler ein Gehöft in der Nähe von Tauche in Brandenburg. Der Schwager der 15-Jährigen ist dringend tatverdächtig. Der Einsatz wurde am Dienstagnachmittag vorerst beendet. Ob Beweismittel entdeckt wurden, ist unklar.Die Polizei hat ihre Suche nach Beweismitteln im Fall der seit mehr als sechs Jahren vermissten Rebecca Reusch aus Berlin-Neukölln für heute beendet. Das erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin, Michael Petzold. Ob der Einsatz am Mittwoch fortgesetzt werden soll, konnte er noch nicht sagen. Er machte keine Angaben dazu, ob bei den Durchsuchungen mögliche Beweismittel gefunden wurden. Die Ermittler hatten am Dienstag in einem Großeinsatz ein weiteres Objekt in der Nähe von Tauche in Brandenburg durchsucht und dies mit neuen Erkenntnissen in dem ungewöhnlichen Vermisstenfall erklärt.Die Polizei startete zudem einen Zeugenaufruf zu dem Auto der Familie Reusch. „Wer hat den himbeerfarbenen Renault Twingo rund um den 18. Februar 2019 gesehen? Wer hat etwas Verdächtiges im Zusammenhang mit dem Wagen wahrgenommen?“, wollen die Ermittler wissen. Das Bild war bereits bei den Ermittlungen nach dem Verschwinden veröffentlicht, dann aber wieder zurückgezogen worden.Am Tag von Rebeccas Verschwinden und tags darauf wurde der Twingo auf der Autobahn Richtung Polen mithilfe eines Kennzeichenerfassungssystems erfasst – auch in der Nähe von Tauche, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Außer dem heute 33 Jahre alten Schwager hatte den Angaben nach niemand Zugriff auf den himbeerfarbenen Twingo. Das Auto war damals auf Spuren einer Decke, die mitsamt Rebecca verschwand, und auf die DNA des Mädchens untersucht worden.Der Schwager Florian R. steht laut Polizei noch immer im Verdacht, Rebecca getötet und ihren Leichnam in dem Twingo in Tauche im Ortsteil Lindenberg, beziehungsweise in der Umgebung versteckt oder vergraben zu haben.Lesen Sie auchIn Tauche fand bereits am Montag der erste Großeinsatz auf dem Gelände des Wohnhauses der Großeltern von Florian R. statt. Es könne sein, dass auch auf dem Grundstück in Tauche weiter gearbeitet werde. „Wir suchen nach Beweismitteln“, sagte ein Polizeisprecher. „Es ist nicht auszuschließen, dass wir Beweise finden, die im Zusammenhang mit ihr stehen oder sogar menschliche Überreste.“ Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass Florian R. die Jugendliche im Februar 2019 getötet und ihre Leiche sowie Rebecca gehörende Gegenstände zumindest vorübergehend dorthin gebracht haben könnte.Am Dienstag nun durchsuchten rund 50 Beamte ein etwa einen halben Hektar großes Gelände in Herzberg, das sich etwa fünf Autominuten von Tauche und dem Großeltern-Wohnort entfernt befindet. Auf dem Gehöft stehen Garagen und ein verfallenes, unbewohntes Gebäude, es ist mit einem Bauzaun umzäunt. Es gebe noch einen Besitzer, der das Gehöft unterhalte, heißt es. Die Polizei ist mit zwei Leichenspürhunden im Einsatz. WELT-Reporter beobachteten, wie eine technische Einheit einen unterirdischen Abwassertank mit einer Hebeanlage auspumpten. Es fanden sich aber keine Spuren auf den Leichnam des Mädchens. Auch Drohnen und Bodenradar sind wieder im Einsatz. Bis 2005 sollen in Herzberg die Großeltern des Hauptverdächtigen gelebt haben, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin, Michael Petzold, sagte. „Eine der größten Herausforderungen ist der Zeitablauf“, ergänzte er. Nach knapp sechseinhalb Jahren seien Beweismittel teilweise nicht mehr oder nur noch im begrenzten Umfang vorhanden. Es sei bekannt gewesen, wo die Großeltern wohnten. „Nunmehr haben sich aber Erkenntnisse im Rahmen der neuen Ermittlungen ergeben, dass sich der Beschuldigte dorthin bewegt haben soll und gegebenenfalls die Leiche dorthin verbracht hat.“Die Anwohner zeigten sich im Gespräch mit WELT-Reportern skeptisch, dass man hier etwas finden werde. Ein Nachbar des Anwesens, das den Großeltern gehören soll, sagte, die Großmutter sei dort „nur eingemietet“. In dem Haus lebten noch andere Parteien: „Es ist illusorisch, dass die dort was finden. Ich habe zwei Hunde, die hätten angeschlagen, hätte da einer was verbuddelt.“ Es sei unvorstellbar, einen Leichnam auf diesem Gelände zu verscharren, sagte der Anwohner, der anonym bleiben will.Die damals 15-jährige Rebecca Reusch war am Morgen des 18. Februar 2019 im Berliner Stadtteil Britz im Bezirk Neukölln verschwunden, nachdem sie die Nacht laut Angaben der Familie und der Polizei im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers verbracht hatte. Seitdem wird sie vermisst. Den bisherigen Ermittlungen zufolge war der Schwager in der Nacht bei einer Feier und kam an jenem Tag erst am frühen Morgen zurück. Rebeccas Schwester ging demnach früh zur Arbeit. Als die Mutter anrief, um Rebecca zum Schulbesuch zu wecken, ging keiner ans Telefon. Die Mutter rief Florian R. an, der den Anruf wegdrückte. Kurz darauf rief er zurück und sagte, Rebecca sei bereits weg. Doch das Mädchen kam nicht in der Schule an und kehrte auch nicht zurück nach Hause. Nachmittags meldete die Familie sie bei der Polizei als vermisst. Die Ermittler gehen davon aus, dass Rebecca das Haus nicht lebend verließ. Der Schwager wurde 2019 zweimal in Untersuchungshaft genommen, dann aber mangels Beweisen freigelassen.mit dpa/coh
Rebecca Reusch: Polizei sucht mit Leichenhunden – Tanks ausgepumpt – Zeugenaufruf zu Twingo gestartet - WELT
Im Fall Rebecca durchsuchen die Ermittler ein Gehöft in der Nähe von Tauche in Brandenburg. Der Schwager der 15-Jährigen ist dringend tatverdächtig. Der Einsatz wurde am Dienstagnachmittag vorerst beendet. Ob Beweismittel entdeckt wurden, ist unklar.






