PfadnavigationHomePanoramaGüstrowDNA bestätigt Tod von Achtjährigem – Ex-Freundin des Vaters soll Fabians Leiche gefunden habenVeröffentlicht am 17.10.2025Lesedauer: 3 MinutenNach der Obduktion des achtjährigen Fabian aus Güstrow geht die Polizei davon aus, dass er Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Zeugen berichten von einem Pick-up mit Anhänger in der Nähe des Tatortes. Reporterin Ilka Groenewold berichtet.Eine DNA-Analyse bestätigt, dass es sich bei dem gefundenen toten Kind bei Güstrow um den vermissten achtjährigen Fabian handelt. Zudem wird bekannt, dass die Ex-Freundin des Vaters die Leiche entdeckt hat. Die Polizei untersucht unterdessen den Tatort erneut und lässt einen Tümpel abpumpen.Die schlimmen Befürchtungen sind nun Gewissheit: Bei der am Dienstag bei Klein Upahl gefundenen Kinderleiche handelt es sich nach offiziellen Angaben um den verschwundenen Fabian aus Güstrow. Das sei das Ergebnis einer DNA-Analyse, teilte die Rostocker Staatsanwaltschaft mit. Laut vorläufigem Obduktionsergebnis ist der Junge Opfer eines Gewaltverbrechens geworden.Die Ermittler gingen bereits davon aus, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den seit Freitag vergangener Woche vermissten Achtjährigen handelt. Seine Eltern sahen sich nicht imstande, den toten Jungen für eine Identifikation in Augenschein zu nehmen. Wie „Nordkurier“ und „Bild“ übereinstimmend berichteten, soll die Ex-Freundin des Vaters die Leiche von Fabian entdeckt haben. Die Polizei sprach bislang von einer Spaziergängerin. Die Frau schildert demnach, sie sei an besagtem Tag mit ihrem Hund und einer Freundin in dem Waldstück spazieren gewesen. Die 29-Jährige sagt gegenüber der Zeitung, mehrfach von der Polizei befragt worden zu sein und den Beamten auch zeitweise ihr Handy übergeben zu haben. Vorwürfe aus dem Internet, sie habe etwas mit Fabians Tod zu tun, bestreitet sie vehement.Lesen Sie auchAuch sollen der Zeitung zufolge frische Brandspuren an der Fundstelle gefunden worden sein. Ob sie in Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod des Jungen stehen, ist bislang nicht bekannt.Ermittler warnen vor SpekulationenAufgrund der Gerüchte im Internet warnen die Ermittler vor öffentlichen Spekulationen über vermeintliche Täter. „Dadurch ändert sich auch die Sicherheitslage dieser Personen natürlich noch mal“, sagte der Rostocker Staatsanwalt Harald Nowack. Er appellierte, von entsprechenden Spekulationen etwa in den sozialen Medien abzusehen.Lesen Sie auchÄhnlich äußerte sich die Polizei auf ihrem Whatsapp-Kanal. Es kursierten verschiedenste Gerüchte und Mutmaßungen. „Wir bitten weiterhin darum, sich nicht an diesen Spekulationen zu beteiligen. Alle offiziellen und verifizierten Erkenntnisse werden durch die Staatsanwaltschaft Rostock oder über unsere Kanäle veröffentlicht.“Der Achtjährige war am 10. Oktober verschwunden und von seiner Mutter am Abend des gleichen Tages als vermisst gemeldet worden. Zunächst war vermutet worden, der Junge habe am Tag seines Verschwindens zu seinem Vater fahren wollen, der getrennt von der Mutter südlich von Güstrow lebt. Spürhunde hatten Fabians Spur bis zum Güstrower Busbahnhof verfolgen können und nahe dem Wohnort des Vaters wiederaufgenommen, bevor sie sich wieder verlor. Auch Seen wurden abgesucht. So schlugen Leichenspürhunde auf dem Inselsee am Stadtrand von Güstrow an. Taucher fanden dort jedoch nichts. Schließlich wurde die Kinderleiche bei einem Tümpel auf einem Feld bei Klein Upahl entdeckt. Das Gebiet besteht aus hügeligen Feldflächen unterbrochen von Wasserlöchern, Büschen und Bäumen. Angrenzend befinden sich auch Wälder. Ermittler untersuchen nun erneut die Stelle. Die Maßnahmen „dienen dem Auffinden von Bezugsgegenständen zu der Tat“, teilten Polizei und Rostocker Staatsanwaltschaft mit. „Bis gestern war es nicht absehbar und jetzt hat sich das geändert.“ Die Ermittlungen konzentrieren sich erneut auf den Tümpel. Nach Angaben eines dpa-Fotoreporters pumpten am Freitag Feuerwehrleute den Tümpel ab, während die Polizei das Gewässer durchsuchte und dabei auch ein wie ein Metalldetektor aussehendes Gerät nutzte.Nach einer weiträumigen Absperrung und intensiven Suche war die Polizei eigentlich schon aus der Umgebung des Fundortes abgezogen. Am Donnerstagvormittag waren keine Polizeikräfte mehr vor Ort. Auch ein Sprecher der Staatsanwaltschaft hatte gesagt, die Ermittlungen am Fundort seien abgeschlossen. Trauer in GüstrowDer Vermisstenfall und der Fund des toten Kindes lösten über die Stadtgrenze hinaus Fassungslosigkeit und Trauer aus. Am Dienstagabend hatten Hunderte Güstrower bei einem Gottesdienst ihr Mitgefühl bekundet. Als Zeichen der Anteilnahme stellten sie vor der Marienkirche Kerzen ab und legten Plüschtiere nieder.dpa/saha