PfadnavigationHomeRegionalesHamburgVermisstenfall SchulzeSpaziergänger entdeckt menschlichen Knochen – Ermittler dämpfen ErwartungenVeröffentlicht am 09.10.2025Lesedauer: 3 MinutenDamals 2015 wie heute sucht die Polizei nach Spuren von Sylvia und Miriam Schulze im Wasser. Der neue Fund von Knochen in Winsen passt wohl aber auch nicht zu den Vermissten.Quelle: picture alliance/dpa/Philipp SchulzeEin Knochenfund an der Luhe südlich von Hamburg erinnert an das rätselhafte Verschwinden der Familie Schulze aus Drage im Jahr 2015. Doch die Polizei vermutet keinen Zusammenhang.So bleibt der Fall wohl auch zehn Jahre später ungelöst – und wirft viele Fragen auf.Es ist ein Fund, der Erinnerungen an einen der rätselhaftesten Vermisstenfälle Deutschlands weckt: Mitte September entdeckte ein Spaziergänger im kleinen Fluss Luhe nahe der Landesgrenze von Niedersachsen zu Hamburg ein menschliches Knochenfragment. Die Polizei rückte mit Tauchern, Sonarbooten und Spürhunden aus, durchkämmte das Gelände rund um ein altes Wasserkraftwerk – doch weitere Spuren kamen nicht zu Tage. Die Hoffnung aber blieb: Löst der Knochenfund endlich den Fall um die verschwundene Familie Schulze aus Drage? Der kleine Ort an der Elbe liegt nur zwölf Kilometer vom Fundort des Knochens entfernt. Nun teilte die Polizeiinspektion im zuständigen Landkreis Harburg mit: Ein Zusammenhang mit dem Verschwinden im Sommer 2015 sei unwahrscheinlich. Lesen Sie auchZwar handelt es sich laut Rechtsmedizin in Hamburg um einen Teil eines menschlichen Schädels, der aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stammt und nicht noch älter ist. Da weitere Spuren aber ausblieben, sei es wahrscheinlich, dass der Knochen eine weite Strecke im Wasser schwamm bevor er gefunden wurde und nicht in der Gegend um Winsen in den Fluss gelangte. Eine DNA-Analyse soll in den kommenden Wochen Klarheit bringen, hat aber laut Polizei „keine Priorität“. Der Vater wurde gefunden – mit einem Betonklotz am BeinAm 23. Juli 2015 verschwand die dreiköpfige Familie Schulze spurlos aus ihrem Haus in Drage. Der Vater Marco (41), die Mutter Sylvia (43) und die zwölfjährige Tochter Miriam galten zunächst als vermisst. Neun Tage später wurde Marco Schulze tot aus der Elbe bei Lauenburg geborgen – mit einem Betonklotz an den Beinen. Die Ermittler gingen schnell von einem Suizid aus.Von Sylvia und Miriam fehlt bis heute jede Spur. Die Polizei vermutet, dass Marco Schulze seine Frau und Tochter getötet und ihre Leichen an einem unbekannten Ort abgelegt hat, bevor er sich selbst das Leben nahm. Hinweise auf Gewalt im Haus gab es nicht, aber „Anzeichen, die den Verdacht bestätigen“, wie es damals hieß.Lesen Sie auchDer Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Die Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ griff ihn mehrfach auf, auch Podcasts und Dokumentationen widmeten sich dem rätselhaften Verschwinden. Die Polizei durchsuchte Gewässer, Wälder und Grundstücke, setzte Leichenspürhunde und Sonartechnik ein – ohne Erfolg.Als 2021 Knochen an der Elbe in Drage gefunden worden waren, schien der Durchbruch im Fall für kurze Zeit nah. Doch dann wurde klar, dass die Leichenteile nichts mit dem Fall um Familie Schulze zu tun hatten. Die Polizei ermittelt offiziell weiter, der Fall gilt als nicht abgeschlossen.Die Familie galt als unauffällig, lebte zurückgezogen. Es gab keine bekannten Konflikte, keine Hinweise auf psychische Erkrankungen. Die Ermittler vermuten ein Familiendrama, doch ohne die Leichen von Sylvia und Miriam bleibt vieles Spekulation.juve mit dpa
Vermisstenfall Schulze: Spaziergänger entdeckt menschlichen Knochen – Ermittler dämpfen Erwartungen - WELT
Ein Knochenfund an der Luhe südlich von Hamburg erinnert an das rätselhafte Verschwinden der Familie Schulze aus Drage im Jahr 2015. Doch die Polizei vermutet keinen Zusammenhang.So bleibt der Fall wohl auch zehn Jahre später ungelöst – und wirft viele Fragen auf.






