Seit vorvergangener Woche kann eine Wissenslücke glanzvoll gefüllt werden – es gibt eine kasachische Moderne, und ja: sie ist relevant. Der kasachische En­trepreneur und passionierte Sammler Nurlan Smagulov hat sich für 120 Millionen Dollar ein Museum errichtet. Das frisch eröffnete Almaty Museum of Arts in der alten Hauptstadt Kasachstans ist das erste Museum für moderne Kunst in dem bodenschatzreichen, aber künstlerarmen Land – die Gesamtzahl zeitgenössischer Künstler in Almaty wird auf vierzig geschätzt, etwa doppelt so viel arbeiten in Berlin in einem einzigen Atelierhaus wie den „Gerichtshöfen“ im Wedding. Die blanken Museumsdaten allein verraten allerdings noch nicht viel über die Schätze im Innern des neuen Hauses: 10.000 Quadratmeter Fläche für mehr als 700 Werke der Sammlung von Smagulov aus Kasachstan, aber auch Zentralasien insgesamt – China und Kirgisistan liegen unweit von Almaty.