„Das hat uns gerade noch gefehlt.“ Franz-Xaver Schmid, der Vorsitzende der „Ärzteinitiative für Frieden und Abrüstung“, ist fassungslos und erbittert. Die Wasserkanister sind weg. Die Polizei hat sie beschlagnahmt Schmid starrt auf einen Zettel, auf dem ihm das mitgeteilt wird: „Mit freundlichen Grüßen. Ihr Bundesgrenzschutz.“ Womit sollen Schmid und seine Ärztekollegen und Helfer, die zwischen Kundgebungsplatz und Bauzaun ein Notlazarett errichtet haben, nachher die vom CS- und CN-Gas verätzten Augen der Demonstranten ausspülen?!

Die Ärzte beschließen, neues Wasser zu besorgen. Die Zeit ist knapp. Hilfe ist an diesem Ostermontag vom Bayerischen Roten Kreuz nicht zu erwarten. Das BRK ist auf dem Gelände, auf dem in zwei Stunden die bisher größte Demonstration gegen die atomare Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf stattfinden soll, nicht präsent. „Wir haben auf solchen Veranstaltungen schlechte Erfahrungen gemacht. Unsere Einsatzfahrzeuge wurden von den Menschenmassen blockiert“, begründet Hans Deinhart vom Roten Kreuz in Schwandorf die Zurückhaltung seiner Organisation, die in Wackersdorf und an den Autobahnausfahrten – viele Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt – Rettungsleitstellen eingerichtet hat. Verletzte sollen mit den Polizeihubschraubern vom Demonstrationsort ausgeflogen werden.