Es ist – wieder einmal – zu einem Fernduell zwischen Friedrich Merz und Angela Merkel gekommen, diesmal zum Tag der Deutschen Einheit. Der Kanzler sprach am Freitag in Saarbrücken, dessen Vorvorgängerin zuvor im Fernsehen. Merkel war stärker, was die Empathie mit den Ostdeutschen betrifft: Diese müssten stets beweisen, „dass man die vermeintlich von allen im Westen inkarnierten Werte wirklich verstanden hat“, sagte sie. Merz wiederum sprach demütigende Erlebnisse der Ostdeutschen in 35 Jahren Einheit zwar an, hielt sich aber nicht lange damit auf. Ihm ging es weniger um Ost und West als darum, die Deutschen insgesamt aus ihrer freudlosen Verstimmung zu reißen.