Die Bahn beschäftigt viele Menschen, als Arbeitgeber und aus persönlicher Betroffenheit gleichermaßen. Aus letzterem Grund sollen künftig regelmäßig Erfahrungsberichte leidgeprüfter Bahnreisender aus der Bayern-Redaktion auf dem Weg zu Recherchen und Terminen erscheinen – gewissermaßen als Solidaritätsnote mit allen Betroffenen da draußen.

Nun fiele es leichter, aus dem schier unerschöpflichen Erfahrungsschatz von Missgeschicken zu berichten. Allerdings muss der zum Auftakt zu beschreibende Fall ambivalent betrachtet werden, weshalb auf verbale Entgleisungen zu verzichten ist. Denn auch ich habe meinen Teil zum Beinahe-Unheil beigetragen, als ich am Dienstag vergangener Woche den ersten Wecker um 4.40 Uhr wegdrückte – ich hatte ja einen weiteren für 4.50 Uhr gestellt. Was damit geschah, ist allerdings ungeklärt. Meine innere Uhr klingelte jedenfalls erst um 5.25 Uhr, was spät war, weil ich das Haus schon um 5.30 Uhr verlassen wollte.

Hintergrund dieser unsäglichen Frühaufsteherei war eine Reise ins bayerisch-thüringische Grenzgebiet nach Mödlareuth. Dort eröffnet demnächst der Neubau des Deutsch-Deutschen Museums und ich war für 9.30 Uhr zu einer Baustellenführung verabredet. Weil ich kein Auto besitze und überhaupt der Meinung bin, dass Menschen, die hin und wieder über den öffentlichen Personennah- und -Fernverkehr im ländlichen Raum berichten, hin und wieder den öffentlichen Personennah- und -Fernverkehr im ländlichen Raum benutzen sollten, hatte ich mich zu einem Experiment entschlossen.