PfadnavigationHomePanoramaÖffentlicher Dienst„Alarmsignal“ – Behörden-Mitarbeiter berichten von Online-BeschimpfungenVeröffentlicht am 30.09.2025Lesedauer: 2 MinutenJobcenter-Mitarbeiter sehen sich immer öfter Beschimpfungen ausgesetztQuelle: Martin Schutt/dpaNicht nur an Silvester werden immer wieder Polizisten und Feuerwehrleute angegriffen. Im Alltag erleben Beschäftigte des öffentlichen Dienstes regelmäßig Gewalt. 13 Prozent der Mitarbeiter berichten in einer Umfrage von „digitaler Gewalt“.Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sind nach eigenen Angaben Beschimpfungen, Bedrohungen oder öffentlichen Diffamierungen über das Internet ausgesetzt. So waren 13 Prozent der Beschäftigten in ihrem beruflichen Alltag schon direkt von sogenannter digitaler Gewalt betroffen. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Von „digitaler Gewalt“ spricht man bei Cyberstalking oder Beleidigungen, Diffamierungen sowie Belästigungen.Gewalt gegen Beschäftigte bei der Polizei, in Ordnungs- und Sozialämtern, in Jobcentern, Schulen, Krankenhäusern oder in Bus und Bahn sei „zum Alltag“ geworden, erklärt der DGB anlässlich einer Konferenz zu dem Problem in Berlin. Laut der Umfrage hat ein Drittel der Beschäftigten bereits beobachtet oder erlebt, dass Kollegen online angegriffen wurden. Sorge bei Beschäftigten weit verbreitetSei es per Mail oder in sozialen Netzwerken: Knapp ein Drittel der Beschäftigten im öffentlichen Dienst hat demnach Sorge, Opfer solcher Übergriffe und Anfeindungen zu werden. Beleidigungen und Beschimpfungen werden von betroffenen Beschäftigten am häufigsten genannt, auch Bedrohungen passieren demnach immer wieder. Eine geringe Prozentzahl berichtet sogar von öffentlichen Diffamierungen. Fast zwei Drittel kennen dabei keinen festgelegten Ablauf ihrer Arbeitsstätte für solche Fälle.Viele bezeichnen sich laut der Umfrage als gegenüber bestimmten Personengruppen vorsichtiger oder berichten von schwindender Konzentrationsfähigkeit oder emotionaler Belastung. Den Schritt, Beweise zu sichern oder gar zur Polizei zu gehen, unternehmen die wenigsten. Lesen Sie auchVon einem „Alarmsignal“ sprach die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack: „Digitale Gewalt verursacht weit über den eigentlichen Vorfall hinaus Schäden und beeinträchtigt die Arbeitsfähigkeit der Betroffenen langfristig.“ Hannack forderte frühzeitige Gegenmaßnahmen. Digitaler Gewalt müsse man sich ebenso entschlossen entgegenstellen wie körperlichen Angriffen. Lesen Sie auchBereits die Bürgerbefragung 2025 des Beamtenbunds dbb hatte den Fokus auf das Thema gelenkt. Demnach geben 30 Prozent der Bundesbürger an, schon einmal Übergriffe auf öffentlich Beschäftigte beobachtet zu haben – also dass diese behindert, belästigt, beschimpft oder angegriffen wurden. Im Vergleich zu den Vorjahren ist dieser Anteil leicht gestiegen.Die Forsa- Erhebung wurde vom 6. bis 28. August 2025 als Online-Befragung durchgeführt. 1008 Personen ab 18 Jahren wurden befragt, die aktuell im öffentlichen Dienst tätig sind. Hierzu zählen Beschäftigte in den verschiedenen Bereichen der öffentlichen Verwaltung (auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene) ebenso wie Mitarbeiter in Schulen, Justiz, Polizei, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen sowie weiteren Institutionen des öffentlichen Sektors.dpa/cvb