PfadnavigationHomePolitikDeutschlandUmfrageÖffentlicher Dienst kostet zu viel Geld, sagt Mehrheit – Hälfte der Beamte klagt über ÜbergriffeVeröffentlicht am 03.09.2025Lesedauer: 2 MinutenFast drei Viertel der Deutschen sind einer Umfrage zufolge der Meinung, dass der Staat mit seinen Aufgaben überfordert ist. Wir sprechen darüber mit dem Volker Geyer, dem Bundesvorsitzenden des Beamtenbundes.Zum fünften Mal in Folge sinkt das Vertrauen der Deutschen in den Staat. Vor allem in der Migrationspolitik halten viele Bürger die Verantwortlichen für überfordert. Mitarbeiter im öffentlichen Dienst klagen derweil über Beschimpfungen.Fast drei Viertel der Deutschen sind einer Umfrage zufolge der Meinung, dass der Staat mit seinen Aufgaben überfordert ist. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa und des Deutschen Beamtenbundes sinkt damit das Vertrauen in den Staat das fünfte Jahr in Folge.Wie im Vorjahr landete die Migrationspolitik vorn: Ein Drittel der Befragten nannte dieses Politikfeld als Beispiel für die Überforderung des Staates. Doch auch in der Steuer- und Finanzpolitik, bei der Rente oder bei sozialer Gerechtigkeit hat der Staat an Vertrauen eingebüßt. Zwei Drittel der Befragten halten auch die neue Regierung aus Union und SPD nicht für leistungsfähiger als die Ampel-Koalition. Einzig bei Anhängern der Unionsparteien schneidet die Regierung unter Kanzler Friedrich Merz besser ab.Zum ersten Mal seit der Erhebung der Daten glaubt die Mehrheit der Deutschen, der öffentliche Dienst koste den Steuerzahler zu viel Geld. Um das Vertrauen wiederherzustellen, müsse der Staat Vorschriften vereinfachen und die Digitalisierung seiner Dienstleistungen schneller voranbringen, findet jeweils eine deutliche Mehrheit der Befragten. Über der Hälfte der Befragten sind zudem Investitionen in Infrastruktur wichtig.Lesen Sie auchDer Vertrauensverlust wirkt sich laut Umfrage auch auf Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes aus: Jeder fünfte Beschäftigte (21 Prozent) fühlt sich am Arbeitsplatz wegen möglicher Gewalt- oder Bedrohungssituationen nicht mehr sicher. Die Hälfte (50 Prozent) der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst gibt an, selbst schon einmal bei der Arbeit behindert, beschimpft oder tätlich angegriffen worden zu sein. Unter den Beamten sind es 59 Prozent, bei den Tarifbeschäftigten 48 Prozent. Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen (jeweils 50 Prozent).60 Prozent der Polizisten von Übergriffen betroffenEin knappes Drittel (30 Prozent) aller Bundesbürger gab zudem an, schon einmal Übergriffe auf öffentlich Beschäftigte beobachtet zu haben. Das seien vier Prozentpunkte mehr als in den Vorjahren, hieß es. Am häufigsten wurden demnach Beschäftigte des öffentlichen Dienstes beleidigt (87 Prozent) oder angeschrien (69 Prozent). Jeder Dritte (36 Prozent) hat zudem gesehen, dass öffentlich Beschäftigte körperlich bedrängt wurden, jeder Fünfte (20 Prozent), dass ein Beschäftigter bespuckt wurde. Körperliche Gewalt gegenüber einem öffentlich Beschäftigten haben zwölf Prozent beobachtet.Am häufigsten waren den Beobachtungen zufolge Polizisten (60 Prozent) oder Rettungskräfte und Notärzte (56 Prozent) von Übergriffen betroffen. 43 Prozent der Befragten haben mitbekommen, wie ein Bus- oder Straßenbahnfahrer im Dienst beschimpft, behindert oder angegriffen wurde. Jeweils 36 Prozent haben dies bei Ordnungsamtsmitarbeitern und Feuerwehrleuten beobachtet.Reuters/epd/gub