Der Tourist hatte es von Anfang an nicht leicht. Zum ersten Mal taucht der Begriff um 1770 im Englischen auf, und zwar gleich in einer abfälligen Bemerkung. Als tourists bezeichnet Adam Smith junge Männer aus gutem Haus, die die kostbarsten Jahre ihres Lebens mit „liederlichem Müßiggang“ verschwenden. Da ist es nur gut, dass Touristen grundsätzlich nur die anderen sind. Man selbst ist stattdessen „Reisender“, was nach Völkerverständigung und Individualität klingt, während „Tourist“ gemeinhin mit gedankenlosem Konsum und Menschenhorden assoziiert wird.
Hasso Spodes Geschichte des Tourismus
Schon vor zweihundert Jahren schimpften die Bessergestellten über den „unerträglichen Reisepöbel“, obwohl sie selbst gern Urlaub machten. Hasso Spode erzählt die von Vorwürfen durchzogene Geschichte des Fremdenverkehrs.






