Diesmal liefen die Verhandlungen zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern offenbar geradezu harmonisch ab. Dietmar Allgaier, der Aufsichtsratsvorsitzende des VfB, lobte „die vertrauensvollen Gespräche“, die „von großer gegenseitiger Wertschätzung geprägt waren“. Herbert Hainer, Aufsichtsratschef der Münchner, bedankte sich „ausdrücklich für die konstruktiven und vertrauensvollen Gespräche“. Und so haben es die beiden Bundesligisten ein paar Wochen nach der Aufregung um den gescheiterten Transfer von Stürmer Nick Woltemade diesmal geschafft, einem Mitarbeiter den Wunsch zu erfüllen, nach München zu wechseln: Rouven Kasper, bislang Vorstand für Marketing und Vertrieb in Stuttgart, arbeitet vom 1. Januar 2026 an für den deutschen Meister.Der FC Bayern „komplettiert“ damit seine Führungsebene, wie es in der Mitteilung heißt – und behebt einen Konstruktionsfehler, der mit der Entlassung von Oliver Kahn als CEO im Jahr 2023 begann. Damals hatten die Münchner kurz zuvor Michael Diederich als Finanzfachmann für den Vorstand verpflichtet und holten den als Finanzvorstand bereits verabschiedeten Jan-Christian Dreesen als Kahn-Nachfolger zurück.Es blieb nicht lange ein Geheimnis, dass die Zusammenarbeit der beiden ehemaligen Banker nicht von größter Harmonie geprägt war. Seit ein paar Wochen steht der Abschied von Diederich fest, von Oktober an arbeitet er für die Deutsche Bank. Somit war wieder ein Vorstandsposten beim FC Bayern vakant.In Zukunft sollen die Rollen wieder klarer zugeschnitten sein: Dreesen, 58, ist als Vorstandsvorsitzender auch für die Finanzen zuständig, Max Eberl, 52, ist der Sportvorstand und Kasper, 43, wie beim VfB für Marketing und Vertrieb verantwortlich. Der Sportökonom arbeitete zu Beginn seiner Laufbahn für den Sportvermarkter Sportfive, bevor er von 2016 bis 2021 schon mal beim FC Bayern war und als „President Asia“ die Asien-Pazifik-Aktivitäten verantwortete.Für Kasper bedeutet der Wechsel also eine Rückkehr. „Nach einer intensiven Zeit voller unvergesslicher Erlebnisse und Höhepunkte verlasse ich meinen Heimatklub schweren Herzens, jedoch in der Gewissheit, dass der VfB auch für die Herausforderungen der Zukunft sehr gut aufgestellt ist“, sagte er.