Seine Wohnung lag im siebten Arrondissement von Paris, nicht weit vom Eiffelturm und ganz oben über der Stadt. Es gab einige Hindernisse zu meistern: Einem uralten Fahrstuhl musste man vertrauen, dann noch einige Treppen hinauf finden und am Ende des Wegs galt es, mit einem tyrannischen Kater zurechtzukommen, der etwas gegen Aufnahmegeräte hatte. Das alles zählte noch zur Gegenwart des Besuchs bei ihm – wenn er dann charmant, aber auch ein wenig schüchtern, Platz nahm, war die Ordnung der Zeit flexibler. So wie man von seinen Fenstern aus über die große Stadt blicken konnte wie die Eule der Athene, bevor sie losfliegt, so entwickelte auch die Konversation mit ihm rasch eine Dynamik, die die Epochen nur so vorbeiziehen ließ. Weil Georg Stefan Troller ein begeisternder Erzähler war, aber zugleich auch ein Erklärer der von ihm erlebten Geschichte, wähnte man sich bald mittendrin in den Turbulenzen des zwanzigsten Jahrhunderts, die er so intensiv erlitten, genossen und beschrieben hat.