PfadnavigationHomeWirtschaftCaritas-Präsidentin„Die Aktivrente ist ein Steuergeschenk für gut situierte Boomer“Veröffentlicht am 02.10.2025Lesedauer: 2 MinutenEva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen CaritasverbandesQuelle: Christian Ditsch/epd-bild/picture allianceMit der geplanten „Aktivrente“ will die Koalition aus Union und SPD Rentner dazu bewegen, nebenher zu arbeiten. Als Anreiz sollen die Steuern wegfallen. Aus Sicht der Caritas-Präsidentin ist das keine gute Idee.Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, hat die von der Bundesregierung geplante Aktivrente scharf kritisiert. „Die Aktivrente ist mit etwa drei Milliarden Euro ein sehr teures Steuergeschenk für gut situierte Boomer“, sagte sie im Interview mit WELT AM SONNTAG. Sie stärke die Anspruchshaltung gegenüber der Sozialversicherung und sei „unglaublich ungerecht“. Nach den Plänen der Koalition sollen Rentner bis zu 2000 Euro pro Monat steuerfrei dazuverdienen können. „Eine Pflegekraft hingegen, die mit drei Kindern ihre Stelle etwas aufstockt, wenn die Kinder in der Tagesbetreuung gut versorgt sind, muss jeden zusätzlichen Euro voll versteuern. Das kann nicht richtig sein“, sagte Welskop-Deffaa.Lesen Sie auchIn der Debatte über die geplanten Sozialreformen mahnte die Caritas-Präsidentin die Politik, die „sehr emotional geführte Debatte nicht weiter anzuheizen“. Der Sozialstaat sei zu wertvoll, um in der Diskussion unter die Räder zu kommen – „zumal die Opposition nur darauf lauert, Bruchstellen auszunutzen“. Die demografischen Kipppunkte rückten unübersehbar näher. Deswegen brauche man jetzt Antworten, die „nur im Miteinander der Generationen gelingen“ könnten. Als Politiker solle man daher „vorsichtig sein mit Ankündigungen und Beschimpfungen“.Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Lesen Sie auchDaniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet für WELT über Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.