PfadnavigationHomeRegionalesHamburgHamburger ZukunftsentscheidVermieter warnen vor 320 Euro mehr Wohnkosten pro MonatVeröffentlicht am 29.09.2025Lesedauer: 2 MinutenPheline Roggan ist für den Zukunftsentscheid – das machte die Schauspielerin am Donnerstagabend zum Auftakt des Filmfestes mit einer Plakataktion deutlichQuelle: Bertold FabriciusAm 12. Oktober können die Hamburger darüber abstimmen, ob die Klimaziele der Stadt um fünf Jahre vorgezogen werden sollen – das Votum ist für den Senat verbindlich. Die Folgen würden viele zu spüren bekommen, prophezeit der Verband der Wohnungsbaugenossenschaften.Gut zwei Wochen vor dem Hamburger Volksentscheid zur Vorziehung der Klimaneutralität auf das Jahr 2040 warnt der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vor erheblichen finanziellen Belastungen für Mieterinnen und Mieter. „Wer behauptet, dass Klimaneutralität bis 2040 die Mieter nicht erheblich belasten werde, führt sie in die Irre“, sagte Andreas Breitner, Direktor des Verbands.Lesen Sie auchNach Berechnungen des VNW würde eine Vorziehung des Ziels um fünf Jahre die Wohnkosten um bis zu vier Euro pro Quadratmeter erhöhen. Bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 80 Quadratmetern entspräche das rund 320 Euro netto mehr pro Monat. Schon die Umsetzung der Klimaneutralität bis 2045 werde die Mieten um bis zu drei Euro pro Quadratmeter steigen lassen.Breitner kritisierte, die Initiatoren des Volksentscheids erweckten den Eindruck, die meisten Mieterinnen und Mieter blieben von den Kosten verschont. Zwar seien Modernisierungskosten gesetzlich gedeckelt, doch lägen die Mieten der VNW-Unternehmen derzeit im Schnitt bei 7,61 Euro pro Quadratmeter und damit deutlich unter dem Hamburger Mietenspiegel von 9,81 Euro. „Die klimazielbedingten Mehrkosten werden in vielen Fällen als Modernisierungsmaßnahme umlegbar sein. Und selbst wenn nicht, müssen wir an anderer Stelle Spielräume für höhere Einnahmen nutzen“, so Breitner. Besonders betroffen wären Wohnungen mit bislang niedrigen Mieten. „Das Vorziehen von Klimaneutralität trifft die Menschen, die es nicht so dicke haben, am härtesten“, warnte der VNW-Direktor.Lesen Sie auchDer Mieterverein zu Hamburg hatte Darstellungen dieser Art schon zu einem früheren Zeitpunkt widersprochen. Der Vereinsvorsitzende Rolf Bosse sieht in den Prognosen des VNW „unbelegte Behauptungen“ und warnt vor einer „Schürung von Ängsten und Ressentiments“. Laut Bosse seien Mieter durch gesetzliche Regelungen vor Überforderung geschützt. Die Abstimmung über den Zukunftsentscheid gilt als wegweisend für Hamburgs Klimapolitik. Während die Befürworter auf ambitionierte Ziele und soziale Gerechtigkeit setzen, warnen Kritiker vor ökonomischen Risiken und einer Belastung der Stadtgesellschaft. Der Senat unterstützt die Initiative nicht, während es die Grüne Landespartei tut.jlau