Schmus lakonisch, kafferin schefft bekan!“ – „Sprich in der Viehhändlersprache, der Bauer steht in Hörweite!“ Der „kaffer“ (Bauer) und der „katzoff“ (Schlachter) sollten nicht alles mitbekommen, was „masematter“ (Händler) und „balzasser“ (Mittelsmänner) auf den Vieh- und Pferdemärkten untereinander besprachen – zum Beispiel, dass der alten „pore“ (Kuh) die Hörner „gegitscht“ (abgeschliffen) worden waren, um sie jünger aussehen zu lassen. Die Viehhändlersprache, auch Marktsprache genannt, die heute kurz vor dem Verlöschen steht, diente indes nicht nur der Geheimhaltung. Es war eine Lingua franca, in der sich die Händler auf den Viehmärkten im gesamten deutschen Sprachraum über die Qualität, das Alter oder Krankheiten der Tiere, über Preise, Kauf- und Verkaufsmöglichkeiten austauschten.
Klaus Siewert über das Lakonische - die Sprache der Viehhändler
Der Germanist Klaus Siewert entreißt das Lakonische, die Sprache der Viehhändler, dem Vergessen. Heute wird sie nur von wenigen beherrscht. Berührungspunkte gibt es mit dem Rotwelschen.








