PfadnavigationHomekmpktTwiliner14 Stunden Fahrt im Luxus-Nachtbus? Dieses Fahrzeug soll dem Flugzeug Konkurrenz machenVeröffentlicht am 11.10.2025Lesedauer: 4 Minuten„Im Schlaf durch Europa reisen“ – das ist das Motto des Luxus-Nachtbusses TwilinerQuelle: TwilinerLange Strecken mit dem Fernbus können einer Tortur gleichen. Ein Start-up aus Zürich will das ändern – mit einem Luxusbus, dessen Sitze sich auf Knopfdruck in ein Bett verwandeln können.Mit dem Flugzeug lässt es sich zwar schnell und komfortabel reisen – besonders umweltfreundlich ist es aber nicht. Besser schneiden im Hinblick auf CO₂-Verbrauch die Bahn und der gute alte Fernbus ab. Allerdings haben Busreisen nicht gerade das beste Image: Die Sitze sind unbequem, die Fahrten dauern lange und sie sind stau- und verspätungsanfällig. Immerhin sind Flixbus und Co. verhältnismäßig günstig. Aus Ländern wie Japan wissen Reisende allerdings: Fernbus kann auch anders sein. Durch das Land der aufgehenden Sonne fahren seit Jahren Premium-Nachtbusse mit Sitzen, die an die Business-Class im Flugzeug erinnern. Das Schweizer Start-up Twiliner aus Zürich will diese Art des Reisens nach Europa bringen – und nimmt im November 2025 seinen Fahrbetrieb auf. Wie das aussehen soll, haben wir recherchiert. Zunächst aber interessiert uns noch Folgendes: Luxus-Nachtbus Twiliner: So soll eine Acht-Stunden-Fahrt durch Europa komfortabel werden In den Twiliner-Doppeldeckern soll es nur 21 Sitzplätze geben: drei unten und 18 oben. Diese kommen in luxuriösem Look und sollen sich in ein Bett verwandeln lassen. Die Plätze haben einen USB-Anschluss, ein Leselicht und einen persönlichen Stauraum. Einen Vorgeschmack, wie das aussehen soll, gibt das Bild in unserer Umfrage weiter oben. Zudem soll es Gratis-WLAN an Bord geben, eine Bar mit Drinks und Snacks gegen Aufpreis, eine luxuriöse Toilette und eine separate Umkleide. Im Ticket sind ein großes Gepäck- sowie ein Handgepäckstück inklusive. Allerdings wird es keinen Bordservice wie im Flugzeug geben. Das diene der Sicherheit im Straßenverkehr. Lesen Sie auchDie Idee sei Gründer und CEO Luca Bortolani nach einer anstrengenden Nachtbusfahrt von Zürich nach Antwerpen gekommen, erzählt er im Gespräch mit WELT: „Ich habe mir geschworen: nie wieder! Wie viele andere reise ich unglaublich gerne, möchte aber weniger fliegen.“ Seiner Meinung nach müsse es in Europa dringend eine bequeme, stressfreie und umweltfreundliche Art zu reisen geben – und genau das wolle er mit seinem Nachtbus-Unternehmen ermöglichen. Fernbus in Europa: Diese Strecken sind geplant Das Zürcher Unternehmen konzentriert sich auf das Nachtfahrten-Geschäft und könnte damit eine Lücke schließen. Die Strapazen einer acht- oder zehnstündigen Busfahrt will nicht jeder auf sich nehmen.Zunächst soll der Twiliner täglich zwischen Zürich und Amsterdam pendeln; mit Stopps in Basel, Luxemburg, Brüssel sowie Rotterdam. Eine weitere Linie zwischen Zürich und Barcelona mit Halt in Bern sowie Girona soll zudem an ausgewählten Tagen verkehren.Das Unternehmen plant, sein Streckennetz in den kommenden drei Jahren um 30 weitere Ziele in ganz Europa auszubauen. Für konkretere Informationen sei es laut CEO Bortolani noch zu früh. Tickets für die gut zwölfstündige Fahrt von Zürich nach Amsterdam kosten zwischen 160,50 und 199 Euro. Die Strecke von Zürich nach Barcelona kostet auf der 14 Stunden langen Hinfahrt zwischen 166,92 und 205,44 Euro.So will Twiliner mit der Konkurrenz mithalten Aus Sicht von CEO Bortolani kann Twiliner vor allem mit dem hohen Reisekomfort gegenüber der Konkurrenz auf der Straße und Schiene punkten – und soll so die Fahrgäste überzeugen. „Unser eigens entwickelter Liegesitz macht echtes Schlafen im Bus möglich. Twiliner ist der erste und einzige Nachtbus in ganz Europa mit Sitzen, die sich per Knopfdruck in ein Bett verwandeln lassen“, sagt er. Diese Innovation habe man sogar zum Patent angemeldet. Zudem soll eine Nachtbusfahrt mindestens ebenso nachhaltig wie eine Fahrt mit dem Nachtzug sein.Finanziert wird Twiliner bislang durch verschiedene Investoren, darunter das luxemburgische Busunternehmen Emile Weber. Aktuell läuft zudem eine Crowdfunding-Kampagne bis zum 3. Oktober, bei der Privatpersonen in das Unternehmen investieren können und bereits über eine Million Schweizer Franken eingesammelt wurden. Ob das allein Grund genug für Reisende ist, in den Luxus-Nachtbus einzusteigen, wird sich zeigen. Ein ähnliches Projekt in den USA, das unter dem Namen „The Jet“ die Strecke zwischen New York City und Washington D.C. betrieben hat, wurde im Februar dieses Jahres eingestellt. Dort kostete eine sechsstündige Fahrt inklusive zweier alkoholischer Getränke, Gepäck, Wi-Fi und Liegesitz umgerechnet rund 84 Euro.
Luxus-Bus Twiliner: Dieser Bus soll in Europa dem Flugzeug Konkurrenz machen - WELT
Lange Strecken mit dem Fernbus können einer Tortur gleichen. Ein Start-up aus Zürich will das ändern – mit einem Luxusbus, dessen Sitze sich auf Knopfdruck in ein Bett verwandeln können.






